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Dorfen:Sechs Jahre im KZ

Geschichtswerkstatt erinnert an Widerstandskämpfer Karl Wastl

Zur Befreiung vom Nationalsozialismus vor 75 Jahren erinnert die Geschichtswerkstatt Dorfen an den aus der Stadt stammenden Widerstandskämpfer Karl Wastl, der die ganze Zeit des Zweiten Weltkriegs über in Konzentrationslagern inhaftiert war. Der 1889 geborene Sohn eines Dorfener Braumeisters war von Beruf Kesselschmied und zwischen den Weltkriegen in Bremen in der Arbeiterbewegung aktiv. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde er sofort verhaftet und bis Ende 1933 im KZ Esterwegen interniert. Am Tag des Überfalls auf Polen 1939 wurde er erneut festgenommen und kam ins KZ Sachsenhausen. Dort beteiligte er sich maßgeblich an einer Solidaritätsaktion politischer Häftlinge zugunsten sowjetischer Kriegsgefangenen. Die Häftlinge gaben einen Teil ihrer Brotration an die Kriegsgefangenen ab. Als im August 1944 die Aktion aufflog, wurden 155 Gefangene ausgesondert, 27 erschossen und 103 nach Mauthausen zur Vernichtung durch Arbeit gebracht. Einer von diesen war Karl Wastl, der am 5. Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Sobald er wieder zu Kräften gekommen war, ging er zurück nach Bremen. Karl Wastl war bis vor wenigen Jahren in Dorfen vergessen. Inzwischen ist eine Straße nach ihm benannt.

© SZ vom 12.05.2020 / flo

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