VerkehrDorfen lässt kleine Ortsumfahrung prüfen

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Dorfen will eine kleine Ortsumfahrung prüfen lassen, den sogenannten Mehlmühle-Bypass. Die Straße durch die Ortschaft wird bereits als Schleichweg zur Autobahn genutzt
Dorfen will eine kleine Ortsumfahrung prüfen lassen, den sogenannten Mehlmühle-Bypass. Die Straße durch die Ortschaft wird bereits als Schleichweg zur Autobahn genutzt Thomas Daller
  • Der Dorfener Stadtrat hat mit 19 gegen fünf Stimmen eine Machbarkeitsstudie für den Mehlmühle-Bypass beauftragt.
  • Die kleine Ortsumfahrung soll drei Ortschaften östlich umgehen und bereits genutzte Schleichwege zur Autobahn optimieren.
  • Kritiker warnen vor Hochwasserproblemen und geringer Entlastungswirkung, das Büro Coplan führt die Studie für 30.000 Euro durch.
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Stadtrat beauftragt Machbarkeitsuntersuchung zum Mehlmühle-Bypass. Angestrebt wird eine Entlastung der B15.

Von Thomas Daller, Dorfen

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Dorfen ächzt unter dem Verkehr auf der B15, die in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt führt. Seit Eröffnung der Autobahn A94 im September 2019 hat der Verkehr noch einmal deutlich zugenommen. Vier Varianten für eine Ortsumfahrung sind schon seit Jahren in der Diskussion: zwei im Osten der Stadt und zwei im Westen. Der Bauausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, eine der beiden Ostvarianten, den Mehlmühle-Bypass, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen. Diesen Beschluss hat der Stadtrat in der vergangenen Sitzung mit 19 gegen fünf Stimmen gefasst. Die Gegner des Beschlusses wandten ein, dass die Entlastungsfunktion gering sei, zudem werde man Probleme mit der Hochwasserproblematik bekommen sowie mit dem Wasserschutzgebiet und dem FFH-Gebiet.

In der Stadt wird der Verkehr auf der B15 von fünf Ampeln reguliert, wenn sich dann auch noch die Schranken am Bahnübergang senken, staut sich der Verkehr minutenlang. Allerdings ist viel Binnenverkehr dabei: Wer zu den Einkaufsmärkten, zum Bahnhof, zum Schulzentrum, zum Krankenhaus oder zu den Tankstellen will, nutzt die B15. Ein großer Teil des Staus, das haben Verkehrszählungen ergeben, sind die Dorfener selbst.

Wer aus Richtung Osten nach Dorfen kommt und zur Autobahn will, nutzt auf Höhe Hampersdorf oftmals den Schleichweg über Mehlmühle, weiter durch Kloster Moosen und schließlich zur Staatsstraße 2086, die weiter zur Autobahnauffahrt Dorfen führt. Die schmale Straße ist in Mehlmühle schon sehr eng und in Kloster Moosen ohne Bürgersteige. Aber, so die Überlegung, wo der Verkehr bereits Schleichwege nutzt, könnte man den Verkehrsfluss auch optimieren. Der 100 Meter breite Korridor, der für den Mehlmühle-Bypass untersucht werden soll, sieht dabei vor, die drei kleinen Ortschaften zu umfahren: westlich von Kloster Moosen sowie östlich von Mehlmühle und Hampersdorf.

Stadtrat Andreas Hartl von den Grünen warnte davor, unmittelbar am östlichen Stadtrand von Dorfen einen Straßendamm quer durchs Isental aufzuschütten: „Ein hundertjähriges Hochwasser wird sich dort rückstauen und dann säuft Dorfen ab.“ Dieser Aspekt müsse bei der Machbarkeitsstudie intensiv untersucht werden.

Barbara Lanzinger (CSU) kündigte an, dagegen zu stimmen: Diese Ortsumfahrung erfülle ihren Zweck nicht, man hätte vor Jahren einer großen Lösung im Westen von Scheideck bis zur Autobahn zustimmen sollen. Diese Investition sei derzeit aber nicht zu finanzieren. Außerdem werde kaum jemand an der Angermaier-Kreuzung von der B15 nach Hampersdorf abbiegen, um dort dann in den Mehlmühle-Bypass einzubiegen.

Prognose für den Verkehr auf der B15

Ludwig Rudolf (CSU) erinnerte daran, dass der Verkehr auf der B15 weiter zunehmen werde. Rosenheim habe die B15-Ortsumfahrung bereits gebaut, in Landshut sei sie geplant. Dann werde die Verkehrsader noch stärker genutzt. Dazwischen werde es nur noch wenige Orte ohne Umfahrung geben, Dorfen sei einer davon. Zur Finanzierbarkeit erinnerte Rudolf daran, dass sich auch Gemeinden wie Schwindegg oder Haag Ortsumfahrungen leisten konnten, das sollte auch in Dorfen möglich sein.

Der neu gewählte Bürgermeister Claudius Siebert (FW) erinnerte in der Diskussion immer wieder daran, dass man lediglich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben wolle und damit noch nichts entschieden sei. „Diese Machbarkeitsstudie ist ergebnisoffen und dient dazu, die Diskussion zu versachlichen.“ Außerdem könne man an eine Realisierung erst denken, wenn die Bahntrasse der ABS 38 durch Dorfen ausgebaut sei, was mindestens noch zehn Jahre, wahrscheinlich deutlich länger dauern werde.

In den Beschluss wurde zudem aufgenommen, dass bei der Machbarkeitsstudie die Überführung Kloster Moosen berücksichtigt werden müsse, die Hochwassersituation müsse geprüft werden und der vorgeschlagene Korridor sei „nicht bindend“. Außerdem sei zu prüfen, inwiefern der Altbestand zur Mehlmühle zum Teil integriert werden könne. Den Auftrag zur Studie erhielt das Büro Coplan zum Preis von 30 000 Euro.

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