DorfenNur noch treuer Zuschauer

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Peter Ratajak tritt als Leiter der Eishockey-Abteilung des ESC Dorfen zurück - andere Personalien sind ungeklärt

Benedikt Warmbrunn

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DorfenSportlich sind seit Freitag auch die letzten Unsicherheiten beim ESC Dorfen beseitigt, das Team hatte mit dem dritten Sieg im dritten Spiel in der Abstiegsrunde gegen den EHC Waldkraiburg den Klassenerhalt in der Bayernliga gesichert. Aber wie der Klub in der nächsten Saison personell aufgestellt sein wird, das ist alles andere als sicher. Fest steht nur - ebenfalls seit Freitag -, dass Peter Ratajak als Abteilungsleiter aufhören wird. Sechs Jahre lang stand Ratajak der Eishockey-Abteilung vor, nun sagt er: "Ich will die Erfahrungen dieser Jahre nicht missen. Aber die Zeit ist reif, dass andere mit neuen Ideen kommen." Unter Ratajak hatte der Klub einmal das Halbfinale der Playoffs erreicht.

Der ESC Dorfen hat mit dem dritten Sieg im dritten Spiel in der Abstiegsrunde gegen den EHC Waldkraiburg den Klassenerhalt in der Bayernliga gesichert - zugleich aber Peter Ratajak als Abteilungsleiter verloren.
Der ESC Dorfen hat mit dem dritten Sieg im dritten Spiel in der Abstiegsrunde gegen den EHC Waldkraiburg den Klassenerhalt in der Bayernliga gesichert - zugleich aber Peter Ratajak als Abteilungsleiter verloren. Renate Schmidt

Schon nach der vergangenen Saison hatte Ratajak mit dem Gedanken gespielt, von seinem Amt zurückzutreten. Damals sei ihm aufgefallen, dass sich der Posten des Abteilungsleiters mit seinem Beruf als Steuerberater in einem Erdinger Steuerbüro "nur schwer übereinstimmen" lasse. Über Weihnachten fällte er die endgültige Entscheidung. Diese teilte er dem Präsidium des Vereins bei der ersten Sitzung des Jahres mit. Um Unruhe von der Mannschaft fernzuhalten "haben wir entschieden, dies erst einmal im kleinen Kreis zu behalten".

Bei der Pressekonferenz nach dem dritten Spiel gegen Waldkraiburg teilte Ratajak dann seinen Entschluss der Öffentlichkeit mit. Obwohl der Klub mehrere Wochen lang Zeit hatte, einen Nachfolger zu finden, steht noch nicht fest, wer der neue Leiter der Eishockey-Abteilung wird. "Wir sind auf der Suche", sagt Ratajak, der weiter 2. Präsident des ESC Dorfen bleibt, verantwortlich für rechtliche und steuerrechtliche Fragen.

Es habe Gespräche mit mehreren Kandidaten gegeben, bisher sagten alle ab, die meisten aus dem Grund, aus dem Ratajak aufgehört hat: die Unvereinbarkeit mit Beruf und Familie. So sagte etwa Ratajaks persönlicher Favorit, den er als einen Kenner des Vereins bezeichnet, ab, da er sich nur schwer vorstellen konnte, für diese neue Aufgabe genügend Zeit aufbringen zu können. "Es bräuchte jemanden, der Menschenkenntnis und Liebe für diesen Sport mitbringt", sagt Ratajak. Er selbst sei allerdings auch kein Eishockey-Experte gewesen, als er das Amt übernommen habe.

Allzu lange sollte die Suche allerdings nicht mehr dauern. Denn Aufgabe des neuen Abteilungsleiters ist es auch, Gespräche mit Trainer und Spielern über ihre Zukunft zu führen. Ratajak selbst wird das nicht machen, "sonst hätte ich ja nicht aufhören müssen". Einige Spieler hätten Ratajak gegenüber jedoch angedeutet, dass sie aus beruflichen oder familiären Gründen über ein Ende ihrer Eishockey-Laufbahn nachdächten. Auch John Samanski, der Trainer, hat noch keinen neuen Vertrag erhalten. "In dieser Frage möchte ich meinem Nachfolger nicht vorweggreifen", sagt Ratajak, "aber meine Empfehlung wäre, dass John Samanski weiter Trainer in Dorfen bleibt."

Neben diesen kurzfristigen Personalien sieht es Ratajak langfristig als Aufgabe des neuen Abteilungsleiters, den Zuschauerschnitt bei Heimspielen zu erhöhen. In der vergangenen Saison kamen zu den Spielen durchschnittlich 150 Besucher, bei seinem Antritt vor sechs Jahren hatte Ratajak einen Schnitt von 300 als Ziel angegeben. "Wenn wir diesen Schnitt hätten, würde uns die Finanzierung um einiges leichter fallen", sagt Ratajak. Sollte der Schnitt tatsächlich verdoppelt werden können, würde dies Mehreinnahmen von 15 000 bis 20 000 Euro pro Saison bedeuten.

Auf anderem Weg mehr Geld einzunehmen, hält Ratajak für sehr schwierig, da nahezu alle Unternehmen aus Dorfen und der Umgebung sich finanziell beim ESC einbringen. Eine Summe von 20 000 Euro brächte zudem nur ein neuer Großsponsor ein. "Was den Zuschauerschnitt angeht, hoffe ich, dass mein Nachfolger mehr Erfolg hat", sagt Ratajak. Wer auch immer ihm folgt, auf einen Zuschauer kann er sich verlassen: Peter Ratajak möchte weiter bei allen Heimspielen vorbeischauen.

© SZ vom 13.03.2012 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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