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Dorfen:"Nichts als heiße Luft"

BN Dorfen kritisiert Untätigkeit nach Lärmschutzgipfel

"Die vollmundigen Versprechungen auf dem ,Lärmschutzgipfel' in Rattenkirchen waren nichts als heiße Luft", monieren Bund Naturschutz Dorfen und die Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn in einer Pressemitteilung: "Es war ein groß angekündigtes Spektakel. Vom Innenstaatssekretär über den Heimatabgeordneten bis zur Regierungspräsidentin, vom Präsidenten der Autobahndirektion bis zum ÖPP-Vertreter. Nach Rattenkirchen gekommen waren 250 Betroffene der neuen Isentalautobahn, denn sie hatten die Einladung ernst genommen. Dort stand: ,Unser Ziel ist es, den bestmöglichen Lärmschutz zu erreichen.'"

Nun seien sieben Wochen vergangen - und geschehen sei nichts. Von der vollmundigen Ankündigung der Regierungspräsidentin, schnellstmöglich alle Unterlagen, "die keine Betriebsgeheimnisse der beteiligten Firmen enthalten" ins Internet zu stellen, sei nichts übrig geblieben. "Sind all diese Unterlagen so von ,Betriebsgeheimnissen' der ÖPP-Firmen durchzogen, dass sie nicht veröffentlicht werden können?", moniert Heiner Müller-Ermann, Sprecher der Aktionsgemeinschaft: "Das wäre der GAU für unsere Demokratie. Denn damit wäre die öffentliche Infrastruktur, beispielsweise der Autobahnbau, jeglicher Kontrolle entzogen. Völlig unverständlich ist deshalb auch, dass weiterhin keinerlei Klarheit herrscht, von wem und auf welche Weise diese Autobahn vor der Inbetriebnahme abgenommen wurde. Dazu kommt die Geheimniskrämerei in Sachen Lärmmessungen. Wo bleiben die versprochenen Informationen der Regierung von Oberbayern? Bei den Menschen in den betroffenen Gemeinden steigt der Verdacht, dass die Verantwortlichen für den Bau der A 94 derzeit nur eines im Kopf haben: Sie wollen sich über den Wahlsonntag retten."

© SZ vom 12.03.2020 / tdr
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