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Dorfen:Ministerium soll in Dorfen vermitteln

Bundestagsabgeordneter Lenz fordert Klarheit bei Bahnausbau

Von Florian Tempel, Dorfen

Der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU) fordert vom Bundesverkehrsministerium beim Bahnausbau eine "transparente Auswertung der Trassenvarianten im Bereich Dorfen". Das teilt sein Büro per Pressemitteilung mit. Dasselbe hat auch der Dorfener Stadtrat schon vor Monaten gefordert, darauf jedoch noch keinerlei Reaktion aus Berlin erhalten.

Der Stadtrat hatte sich im Dezember 2020 mit deutlicher Mehrheit dafür entschieden, weiterhin auf eine weitgehende Tieferlegung der Gleise zu setzen, wie sie der Münchner Verkehrsberater Martin Vieregg ausgearbeitet hat. Die Planer der Deutschen Bahn lehnen die Dorfener Wunschlösung jedoch kategorisch ab. Sie sei "nicht baubar", hatte Klaus-Peter Zellmer, der Gesamtprojektleiter der Ausbaustrecke München - Mühldorf - Freilassing (ABS 38) im Stadtrat gesagt, "ohne Wenn und Aber". Die Hoffnungen, dass es dennoch noch etwas werden sollte, sind seitdem nicht mehr groß. Klein beigeben wollte der Stadtrat aber nicht. Man erwartet in jedem Fall, dass das Bundesverkehrsministerium sich die Vieregg-Variante noch mal anschaut, die Kostenrechnungen prüft und eine Erklärung dazu abgibt.

Die Lage ist allerdings vertrackt. Das Bundesverkehrsministerium will sich heraushalten und gar nichts entscheiden. Im Ministerium vertritt man die Auffassung, dass sich die Stadt und die Bahn selber einig werden sollen. Was prinzipiell das Beste wäre und was auch schon versucht wurde. Nach einer Besprechung im Bundesverkehrsministerium im September 2020, an dem auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz teilnahm, gab es mehrere Gesprächsrunden zwischen der Stadt und der Bahn zur Vieregg-Variante. Am Ende blieben jedoch sehr unterschiedliche Bewertungen vor allem hinsichtlich der Kosten der Varianten. Das Letzte, was aus dem Bundesverkehrsministerium zu der Sache zu hören, waren Beschwichtigungen. "Das weitere Vorgehen muss in enger Abstimmung zwischen der Stadt Dorfen und der Deutschen Bahn besprochen werden", hieß es im Januar. Passiert ist seitdem nichts. Weder Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) noch Gesamtprojektleiter Zellmer haben, eigenen Angaben nach, vom Bundesverkehrsministerium seit Dezember etwas gehört oder Gespräche zu dem Thema geführt.

Der Bundestagsabgeordnete Lenz sieht zwar auch, dass "das Bundesverkehrsministerium formal nicht für eine solche Prüfung zuständig ist". Er fordert "trotzdem, dass das Bundesverkehrsministerium diese Aufgabe übernimmt", denn "wir brauchen Klarheit, über was wir sprechen." Die Stadt Dorfen und auch die Stadträte müssten "bei ihrer Entscheidung zwischen der Vorzugsvariante und der Planungsskizze von Vieregg-Rössler eine belastbare Zahlenbasis haben", so der Abgeordnete. "Auch wenn eine solche Evaluation beider Varianten eigentlich nicht Aufgabe des Bundesverkehrsministeriums ist, fordere ich das Ministerium auf, hier tätig zu werden." Letztlich gehe es auch darum, "größtmögliche Akzeptanz" für eine Entscheidung zu erzielen. "Darüber hinaus müssten die berechtigten Interessen der Stadt, vor allem was die Anliegen der Verträglichkeit, der Kreuzungsbauwerke und der Straßenführungen insgesamt anbelangt, berücksichtigt werden", heißt es abschließend.

© SZ vom 10.05.2021
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