Marktkirche DorfenEin Hauch von Italien für St. Vitus

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In den Kirchen, hier die Marktkirche St. Veit in Dorfen, bleiben immer mehr Plätze unbesetzt.
In den Kirchen, hier die Marktkirche St. Veit in Dorfen, bleiben immer mehr Plätze unbesetzt.
Renate Schmidt

Die Dorfener Marktkirche bekommt eine nach historischem Vorbild gebaute italienische Renaissance-Orgel, einzigartig in der ganzen Erzdiözese. 300 000 Euro kostet das Instrument. Zur Finanzierung wurde eine Pfeifenpatenschaftsaktion gestartet.

Von Florian Tempel, Dorfen

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Die Renovierung der Dorfener Marktkirche St. Vitus ist hervorragend gelungen. Innen riecht man noch, dass alles frisch gestrichen worden ist. Das Interieur glänzt und strahlt würdevoll und der neue, moderne Volkaltar und Ambo passen sich gut in das alte Kirchengebäude ein. Eines aber fehlt noch: eine eigene Orgel auf der wieder eingebauten Empore im rückwärtigen Teil des Kirchenraums. Doch auch das wird was werden. Wobei es mehr als nur eine normale Wideranschaffung wird. Der Cäcilienverein Maria Dorfen, der seit eh und je die Kirchenmusik in der Stadt fördert, hat sich von Kirchenmusiker Ernst Bartmann überzeugen lassen. Die Marktkirche wird eine nagelneu, nach historischem Vorbild gebaute italienische Renaissance-Orgel bekommen. Eine solche Orgel wird einzigartig in der ganze Erzdiözese München-Freising sein.

Vor der Renovierung der Marktkirche musste erst einmal das erzbischöfliche Ordinariat davon überzeugt werden, dass es früher in St. Vitus schon mal eine Orgel gegeben hatte. Denn irgendwann war die Empore abgebrochen worden und aus nicht mehr nachvollziehbaren Spargründen nur eine kleine Kanzel aus der Kirche in Kienraching angebracht. Die war so eng, dass keine Orgel Platz hatte, sondern nur ein Harmonium, an dessen traurige Existenz sich Organist Bartmann nur ungern zurückerinnert. Der frühere Dorfener Mesner Herbert Moser hat in alten Unterlagen geforscht und Belege für eine ehemalige echte Orgel gefunden. Er fand einen Reparaturbericht aus dem Jahr 1738 und Lohnrechnungen für einen sogenannten Kalkanten, einen "Orgelblasbalgzieher", aus den Jahren 1808 und 1809.

Eine Renaissance-Orgel eignet sich in besonderem Maß für kammermusikalische Besetzungen

Als die Marktkirche wegen der Renovierung jahrelang gesperrt war, hatten Bartmann und die Verantwortlichen im Cäcilienverein ausgiebig Zeit, sich eingehende Gedanken über eine neue Orgel zu machen. Auf die wieder eingebaute Empore passt kein gebrauchtes Instrument, also muss es eine neue Orgel sein. Bartmann war der Ansicht, es sollte dann gleich "etwas Attraktives und Besonderes her". Nach seinem Kirchmusikstudium am Mozarteum in Salzburg hat er als Organist an vielen Wettbewerben teilgenommen. Dabei hat er in Italien immer wieder auch auf Renaissance-Orgeln gespielt. "Mir sind die damals ans Herz gewachsen." So kam ihm der Gedanke, dass das genau das Richtige auch für die kleine Marktkirche in Dorfen sein könnte. Eine kleinere Orgel, "die nicht alles können muss", sagt Bartmann, weil man oben in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt eh ein tolles großes Instrument hat. Eine italienische Renaissance-Orgel eigne sich zudem in besonderem Maß für kammermusikalische Besetzungen, ob mit Instrumentalisten oder einem Gesangsensemble.

300.000 Euro kostet das Instrument

Der Vorstand des Cäcilienvereins fand Bartmanns Idee gut und unterstützt das Vorhaben. Bartmann hat mit dem Landshuter Orgelbauer Christoph Weber und dem Regensburger Orgel-Intonateur Andreas Utz bereits eine Studienreise nach Norditalien unternommen, bei der sie sich zahlreiche Vorbildinstrumente angeschaut haben, unter anderem eine 500 Jahre alte Orgel in Mantua.

Das neue Dorfener Instrument wird 300.000 Euro kosten. Zur Finanzierung hat der Cäcilienverein eine Pfeifenpatenschaftsaktion gestartet. Knapp 40.000 Euro sind schon beisammen. Sobald es 150.000 Euro sind, kann der Auftrag für die neue Orgel rausgehen. Damit man einen Eindruck erhält, wie eine Renaissanceorgel klingt, gibt Bartmann an diesem Sonntag, um 16 Uhr, in der Marktkirche einen Vortrag mit Klangbeispielen.

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