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Dorfen kauft E-Lastenräder:Klimaschonend transportieren

Hausmeister Daniel Kruse ist seit einer Woche mit seinem neuen Dienstfahrzeug in Dorfen klimaschonend und vorbildlich unterwegs.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Stadt Dorfen hat zwei E-Lastenräder für 6000 Euro angeschafft. Mit einem ist Hausmeister Kruse bereits unterwegs

Der Dorfener Hausmeister Daniel Kruse ist viel unterwegs, denn er ist für mehrere Gebäude und Einrichtungen der Stadt zuständig. Er muss zwischen Kindergärten, Feuerwehrhaus und Freibad pendeln. Seit Montag tut er das mit einem Lastenfahrrad mit Elektromotorunterstützung. Sein weißes Dienstfahrzeug ist eines von zwei E-Lastenrädern, die die Stadt Dorfen für 6000 Euro angeschafft hat. Mit ihnen kann man bis zu 200 Kilogramm oder vier Kinder transportieren. Das zweite Rad wird den Bauhofmitarbeitern zur Verfügung stehen, es soll diese Woche geliefert werden. Mit den klimaschonenden Lastenfahrräder ist die Stadt Dorfen auf einem vorbildlichem Weg.

Um auf diesem Weg gleich mal einen Schritt weiterzugehen, hat die SPD-Fraktion die Anschaffung eines weiteren E-Lastenrads beantragt, das sich dann alle Dorfener Bürger kostenlos ausleihen können sollen. Eigentlich sollte darüber bereits am Mittwoch ein Beschluss gefasst werden. Da jedoch mehrere konservative Stadträte Bedenken hatten, wurde die Sache bis zur nächsten Sitzung vertagt.

Im Antrag der SPD-Stadträtin Simone Jell-Huber heißt es, das ein E-Lastenrad nicht nur an sich CO₂-sparend ist, sondern "gerade im Hinblick auf die geplante, monatelange Sperrung der B 15" - und der deshalb erwarteten Verkehrsprobleme - eine kluge Alternative sei. Außerdem habe ein städtisches Leihrad natürlich auch Vorbildfunktion - genauso wie das, mit dem Hausmeister Kruse nun durch Dorfen fährt.

Wie die Verleihung unkompliziert und zuverlässig klappe, könne man sich bei anderen Kommunen abschauen, erläuterte Jell-Huber dann in der Stadtratssitzung. Kostenlose E-Lastenräder für Bürger gibt es zum Beispiel in Poing, Ismaning und Erlangen.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) fand das nicht überzeugend. Er wolle erst mal ein "stichhaltiges Konzept" vorgelegt bekommen. Jell-Huber konterte, dass sie sich mit einem detaillierten Konzept zurückgehalten habe, weil sie der Stadtverwaltung nicht ins Handwerk pfuschen wollte. Welches grundlegende Problem die Umsetzung ihres Antrag verhindern sollte, könne sie aber nicht erkennen, da das kostenlose Ausleihen von E-Lastenrädern in anderen Kommunen ja funktioniere.

Bedenken zur Unterstützung des Bürgermeisters kamen aus der CSU-Fraktion. Martin Greimel sagte, "ich glaube, dass ist keine kommunale Aufgabe". Er sehen den Lastenradverleih eher als "kommerzielles Modell". Ludwig Rudolf sagte, die SPD-Idee habe "einen starken Symbolcharakter", leiste aber zur Verkehrsentlastung nur einen "mikroskopisch kleinen" Beitrag. Er plädierte dafür, besser Zuschüsse für den Erwerb eines Lastenrades zu zahlen, so wie die Stadt München.

In der Landeshauptstadt erhalten Privatpersonen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen bei der Anschaffung eines Lastenrads 25 Prozent der Nettokosten, maximal 1000 Euro Zuschuss. Die Gemeinde Ismaning hat für ihre Bürger drei Leihräder in unterschiedlichen Modellen, die in einem Radgeschäft kostenlos für maximal drei Tage ausgeliehen werden können. In Poing steht das kommunale Lastenrad am Rathaus und kann dort zu den üblichen Öffnungszeiten ausgeliehen werden. Die Stadt Erlangen stellt acht Lastenräder an verschiedene Standorten zur Verfügung, die im Internet gebucht werden können.

© SZ vom 20.01.2020
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