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Dorfen:Hin und Her

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages in Dorfen

Im Juni 2017 kamen Mitglieder des Petitionsausschusses des Bundestags nach Dorfen. Der Gegenbesuch muss weiter auf sich warten lassen.

(Foto: Stephan Görlich)

Dorfener Besuch in Berlin wegen des Bahnausbau fällt aus

Ende des Monats wäre es endlich so weit gewesen. Eine Delegation mit 14 Teilnehmern wäre nach Berlin aufgebrochen, um im Bundesverkehrsministerium die Dorfener Alternativplanung für den Bahnausbau im Stadtgebiet vorzustellen. Bis Dienstag stand der Termin am 31. März noch. Am Mittwoch wurde er angesichts der Corona-Krise dann doch abgesagt.

Zunächst teilte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) in einer E-Mail am Dienstagnachmittag den Stadträten mit, er habe am Montag im Bundesverkehrsministerium (BMVI) nachgefragt, ob denn "in Anbetracht der mittlerweile angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus" der geplante Besuch überhaupt stattfinden könne. Man habe ihm daraufhin erklärt, dass der Termin grundsätzlich stehe. Ob die Dorfener kommen wollten, müssten sie aber schon selbst wissen. Man lege "die Risikoeinschätzung, ob unsererseits die Anreise und der Aufenthalt in Berlin angesichts der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus in unser Ermessen", schrieb Grundner in seinem E-Mail. Auf seine Frage, ob eine Verschiebung des Termin negative Auswirkungen haben könnte, wenn die Deutsche Bahn mit der in Dorfen kritisch gesehen Planung einfach weiter mache, habe man im Bundesverkehrsministerium hingegen nichts zu antworten gewusst. Grundner rief deshalb beim Chefplaner der Bahn an. Der habe ihm erklärt, "dass er derzeit keine Veranlassung sieht, die Besprechung abzusagen". Der Bürgermeister kam deshalb am Dienstag zu diesem Schluss: "Aufgrund dieser Sachlage gehe ich derzeit noch davon aus, dass das Gespräch stattfinden wird."

Weniger als 24 Stunden später kehrt dann doch Einsicht ein. Am Mittwoch teilte der Bürgermeister den Stadträten mit: "Gemäß der heute telefonisch durch die zuständige Mitarbeiterin beim BMVI erfolgten Mitteilung muss im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie der für den 31. März vorgesehene Besprechungstermin abgesagt werden. Ein Ersatztermin kann aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der Lage derzeit nicht genannt werden."

Vor drei Jahren waren drei Mitglieder des Petitionsausschusses des Bundestags von der Spree an die Isen gekommen und hatte die Dorfener dazu ermuntert, eigene und bessere Ideen zum Bahnausbau zu entwickeln. Der Verkehrsplaner Martin Vieregg hat in der Folge eine Lösung ausgetüftelt, wie man die Bahngleise in einem breiten Graben tiefer legen und so lange Lärmschutzwände und Monsterbrücken im Stadtbereich überflüssig machen könnte. Es ist eine Alternative zu den Plänen der Bahn, die noch weitere Vorteile hat und nicht teurer sein soll.

© SZ vom 20.03.2020

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