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Dorfen:Geplante Schule auf der Gleistrasse

Neubau auf Meindl-Areal gefährdet Bahnausbau-Wunschlösung

Auf dem Gelände der ehemaligen Dachziegelfabrik Meindl will die Akademie für Sozialverwaltung aus Wasserburg eine Dependance eröffnen. Der Immobilienunternehmer Robert Decker, dem das Meindl-Areal gehört, will bis September die Beamtenschule mit einem Wohnheim für 42 Studenten und ein Unterrichtsgebäude errichten. So weit, so gut. Doch nun schlägt die Grün-Alternative Liste (GAL) im Stadtrat Alarm. Die eilig eingeleiteten Planungen haben Fallstricke und potenzielle Konflikte in sich, erklärt Stadtrat Andreas Hartl. Ein Punkt: Die Gebäude, in denen der Unterricht stattfinden soll, stehen genau dort, wo laut der Alternativplanung der Stadt Dorfen später die tiefer gelegten Bahngleise verlaufen sollen. Wie soll das gehen, fragt sich Hartl, wenn der Bundestag das Maßnahmengesetz für den Bahnausbau im Dorfener Sinn erlassen will, aber genau auf der Trasse "eine Schule steht". Diese und andere eventuellen Probleme ließen sich durch einfache Umplanungen vermeiden, sagt Hartl - auf dem Gelände sei schließlich genügend Platz.

Hartl hat zwar Ende April im Bauausschuss mit allen anderen für die Beamtenschule auf dem ehemaligen Fabrikgelände gestimmt. Er habe das jedoch nur getan, sagt Hart, weil er erstens nicht generell dagegen sei und zweitens geglaubt habe, man werde das Ganze noch einmal besprechen. Nun aber ist bereits die öffentliche Auslegung der Bebauungsplanänderung im Gang.

Hartl kennt sich als jahrzehntelanger Geschäftsleiter der Dorfener Stadtverwaltung mit Genehmigungsverfahren gut aus. Aus seiner Sicht gibt es mehr als einen Grund, warum der Stadtrat noch einmal über das "Sondergebiet Fachschule mit Wohnbereich" beraten müsse. Vier Gründe werden im Antrag der GAL genannt: Da auch der Flächennutzungsplan geändert werden muss, sei das Stadtratsplenum das zuständige Gremium und nicht der Bauausschuss; der Umfang der baurechtlichen Änderungen sei viel zu ungenau formuliert; die Stadträte müssten über den Inhalt des städtebaulichen Vertrags informiert werden, in dem zum Beispiel die Rückbaumodalitäten geregelt werden; und am wichtigsten: "die aktuellen Planungen gefährden die Durchsetzung der alternativen Bahnausbau-Variante" - die ja doch auch einhelliger Wunsch und Wille des Stadtrats sei.

© SZ vom 23.06.2020 / flo

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