bedeckt München

Dorfen:Fraglich für ein Freibad

SPD fordert Studie zu Sportstätten in Rutzmoos

Von Thomas Daller, Dorfen

Nach eineinhalb Jahren wird in Dorfen die Forderung der SPD-Stadtratsfraktion aufgegriffen, die Verlagerung der Sport- und Freizeitflächen sorgfältig vorzubereiten. Wie Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) in der vergangenen Stadtratssitzung mitteilte, soll in der Bedarfsanmeldung für die Städtebauförderung ein Konzept für Kommunale Sportentwicklung mit förderfähigen Kosten in Höhe von 100 000 Euro aufgenommen werden. Die SPD fordert dazu in einer Pressemitteilung eine Machbarkeitsstudie sowie eine sorgfältige Bedarfsanalyse, "bevor man sich endgültig auf Rutzmoos oder einen anderen Standort festlegt".

"Sowohl die Bodenuntersuchungen der Bahn etwas weiter südlich als auch Bodenuntersuchungen des Büros Aquasoli im Bereich südlich des Hochwasserbeckens haben ergeben, dass die Bodenbeschaffenheit in diesem Gebiet sehr unterschiedlich ist und innerhalb weniger Meter stark variieren kann", heißt es im Schreiben der SPD-Stadtratsfraktion. Teilweise trete in geringer Tiefe bereits gespanntes Grundwasser auf. Daher sei es mehr als fraglich, ob in Rutzmoos ein Freibad, für das man bis zu fünf Meter in die Tiefe gehen müsse, oder ein Schwimmteich realisiert werden könne, heißt es weiter.

Zudem müssten die Auswirkungen einer künftigen Sport- und Freizeitfläche auf den Verkehr genau geprüft werden. Zusammen mit den Verantwortlichen der betroffenen Sportvereine müsse der Bedarf ermittelt werden. Gegebenenfalls müssten auch andere Standorte in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus sei noch völlig offen, ob die erforderlichen Grundstücke in Rutzmoos zur Verfügung stehen. Ferner müsse eruiert werden, ob es überhaupt sinnvoll sei, alle Freizeitanlagen auszulagern.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat habe daher bereits im November 2018 beantragt, einen Projektleiter für die Verlagerung der Freizeitflächen einzustellen. Auch wenn das Ergebnis des Konzeptes feststehe, müsse es einen zentralen Ansprechpartner mit entsprechenden Kapazitäten in der Stadtverwaltung geben. Vom bestehenden Personal sei das nicht zusätzlich leistbar.

Ferner müsse in diesem Zusammenhang auch geprüft werden, ob ein Hallenbad Teil eines neuen Sportareals sein kann. Als Mittelzentrum gehöre es zu den Aufgaben der Stadt, eine entsprechende Infrastruktur für das Umland bereitzustellen: "Immer mehr Kinder können überdies nicht schwimmen. Ein entsprechender Antrag wurde von der SPD-Fraktion bereits im Juni 2018 eingereicht. Anregungen zur künftigen Entwicklung der Sportflächen sollen auch aus der Bevölkerung eingeholt werden, beispielsweise in Form einer Bürgerwerkstatt oder einer Umfrage."

Nachdem im Sommer 2018 bekannt wurde, dass die Stadt Dorfen den Zuschlag für die Landesgartenschau nicht erhalte, sei in Sachen Sportstättenverlagerung nichts geschehen, moniert die SPD in ihrem Schreiben. Es sei an der Zeit, endlich zu handeln und die Verlagerung der Sportstätten vorausschauend zu planen. Dies betreffe insbesondere den TSV, der für seine Jugendarbeit dringend mehr Platz benötigt, schreibt Simone Jell-Huber im Namen der SPD-Fraktion

© SZ vom 14.12.2019
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema