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Dorfen:"Ein Klang, den niemand bisher kennt"

Seine Komposition soll "einen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne schaffen", das hat sich der 29-Jährige fest vorgenommen.

(Foto: Privat)

Der in Erding geborene Dorfener Komponist Andreas Begert will ein "Bayerisches Oratorium" schreiben. Für die Realisierung sammelt er finanzielle Unterstützung über eine Crowdfundingplattform

Von Florian Tempel, Dorfen

Andreas Begert ist voller Tatendrang und arbeitet mit voller Energie an seinem neuesten Projekt. Als Musiker und Komponist hat er sich noch nie auf einen Stil festlegen lassen. Ganz im Gegenteil interessiert und begeistern ihn Verbindungen von scheinbar Gegensätzlichen. Nun will der in Erding geborene und aufgewachsene Dorfener ein "Bayerisches Oratorium" komponieren und zur Aufführung bringen, eine "noch nie dagewesene Kombination aus bayerischer Volksmusik und klassischer Musik", wie er selbst begeistert schreibt. Um sein Vorhaben realisieren zu können, versucht Begert mit Crowdfunding die finanziellen Mittel im Vorfeld über Zuwendungen zusammenzukriegen. Noch zwei Wochen lang läuft die Aktion, bei der Begert möglichst 15 000 Euro einnehmen möchte, mit denen er später dann die Musiker und Sänger sowie die Aufzeichnung einer Aufführung bezahlen kann.

Seine Komposition soll ein klassisches Oratorium, also ein großes geistliches Werk, für Orchester, Chor, Akkordeon und drei Gesangs-Solisten werden. Die Uraufführung mit 80 bis 120 Musikern soll 2021 oder 2022 in München stattfinden. Doch nicht nur bei der Größe des Werkes hat sich der 29-Jährige viel vorgenommen. "Bei der Komposition werde ich erstmalig eine neue Stilrichtung in der Musik erfinden", scheibt er selbstbewusst, "also einen Klang, den niemand bisher kennt." Sein Werk soll "einen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne schaffen".

Begert bedient sich bei keiner geringeren Vorlage als dem Oster-Oratorium von Johann Sebastian Bach, indem er den Text des Oratoriums ins Bairische übersetzt. "Der bayerische Dialekt liegt mir besonders am Herzen", schreibt Begert, "da meine ganze Familie aus Bayern stammt und ich selbst die bayerische Tradition über alles liebe". Die Aufführung seines Werkes soll vor allem auch "ein ganz spezielles Erlebnis für Musikliebhaber sein, die aus Bayern kommen und sich dieser Tradition verbunden fühlen."

Weil ein großes Werk aber viel Geld kostet, bittet Begert "Musikliebhaber und Förderer der bayerischen Kultur" um eine finanzielle Unterstützung. Gesammelt wird über die Crowdfunding-Plattform im Internet, wo das Projekt beschrieben wird und auch Soundbeispiele aus anderen Kompositionen verdeutlichen, in welche Richtung ungefähr das Oratorium gehen könnte. Bislang läuft es ganz gut. "Das Projekt stößt auf viel Resonanz bei Sponsoren und Mit-Musikern", sagt Begert. Der junge Komponist will "alles auf diese eine Karte setzen und das komplette nächste Jahr nur an dem Werk arbeiten".

"Bayerisches Oratorium", Crowdfunding auf www.startnext.com/bayerischesoratorium, weitere Infos auf www.andreasbegert.de.

© SZ vom 30.07.2020

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