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Dorfen:Dritter Kandidat in Dorfen

Sven Krage, 51, ist Vertriebsleiter einer Medizintechnik-Firma und lebt seit 17 Jahren in Dorfen.

(Foto: Renate Schmidt)

Heinz Grundner (CSU) hat neben Simone Jell-Huber (SPD) in Sven Krage (ÜWG) noch einen zweiten Herausforderer

Auch die Überparteiliche Wählergemeinschaft Dorfen (ÜWG) geht wieder mit einem Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl 2020. Der 51-jährige Sven Krage wurde am Dienstagabend bei der Aufstellungsversammlung der ÜWG, wie sich die Freien Wähler in Dorfen weiterhin nennen, einstimmig nominiert. Neben Amtsinhaber Heinz Grundner (CSU) und der SPD-Ortsvorsitzenden Simone Jell-Huber stehen mit Krage nun drei Bewerber um den Chefsessel im Dorfener Rathaus zu Auswahl.

In seiner kaum fünf Minuten kurzen Bewerbungsrede sagte Krage, er stehe voll und ganz zum Konzept der ÜWG, ohne parteipolitische Ideologie, sondern stets "sachorientiert" an die Herausforderungen und Probleme Dorfens heranzugehen. Er selbst sei zwar ein Neuling in der Kommunalpolitik, er sei allerdings schon immer politisch interessiert. Und wolle nun Bürgermeister der Stadt Dorfen werden, da "man nur etwas verändern kann, wenn man etwas tut".

Krage lebt seit 2003 in Dorfen. Zunächst wohnte er in Oberdorfen, 2015 zog er in den noch kleineren Außenort Eibach um. Wie viele andere, schätzt er die Mischung zwischen Stadt und Land, die Dorfen bietet. Als junger Mann war er aus Norddeutschland zunächst nach München gezogen, später lebte er viele Jahre in der Vorstadt Poing, bis es ihm auch dort zu urban wurde. Beruflich hat Krage eine beachtliche Karriere vom Techniker bis zum Vertriebsleiter eines Medizintechnik-Unternehmens gemacht. Ehrenamtlich ist er seit mehr als 22 Jahren stets bei der Feuerwehr seiner Wohnorte aktiv, früher also in Poing, dann in Oberdorfen und aktuell in Eibach. Auch wenn die Haare schon deutlich angegraut sind, sieht sich Krage selbst als "Bindeglied zwischen Jung und Alt".

Stadtrat Josef Jung, der auf Platz zwei der Stadtratsliste in die Kommunalwahl geht, freute sich, dass relativ viele jüngere Dorfener bei der ÜWG kandidieren. Tatsächlich sind von Platz drei bis acht alle Bewerberinnen und Bewerber zwischen 22 und 38 Jahren alt. Als Ziel gab Jung die etwas kuriose Formel aus, man sollte möglichst "drei plus zwei plus einen" Sitze im Stadtrat erreichen, um an "alte Erfolge anzuschließen".

Auch programmatisch gab Jung die Richtung vor. Die ÜWG sehe nach wie vor den Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße B 15 als ein gravierendes Problem für die Stadt. Die ÜWG habe "für eine Umgehungsstraße gekämpft", aber "wir möchten auch nicht eine B 15-West haben". Jung sprach sich auch für neue und größere Sportflächen aus. Ob deswegen das Freibad geschlossen werden müsse, sei eine andere Frage. Jung plädierte dafür, offen zu überlegen und zu prüfen, "was können wir machen".

Die langjährige Stadträtin Doris Minet tritt nicht mehr an. Ganz will sie sich aber nicht aus der Kommunalpolitik zurückziehen und kandidiert deshalb erneut für den Kreistag, dem sie seit 2014 angehört. Mit sechs Kandidatinnen kommt die ÜWG auf einen Frauenanteil von 25 Prozent.

Die Stadtratsliste der ÜWG: 1. Sven Krage, 2. Josef Jung, 3. Bianca Lanzl, 4. Andreas Mangstl, 5. Dominik Gerbl, 6. Stefan Eichner, 7. Daniel Steinweber, 8. Kilian Fischer, 9. Walter Zwirglmaier, 10. Stefan Hintzen, 11. Florian Wurzer, 12. Hans Hörmann, 13. Bettina Kronseder, 14. Fred Janocha, 15. Martin Fischer, 16. Anna Kronseder, 17. Claudia Janocha, 18. Stefan Schweiger, 19. Peter Mühlhofer, 20. Elisabeth Bauer, 21. Maryse Albers, 22. Martin Mannseicher, 23. Achim Steiger, 24. Ferdinand Zilcher, Ersatzkandidaten: Sabrina Jung, Maria Rosina Zwirglmaier, Kurt Minet.