Dorfen:Die Lage besser als befürchtet

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Die Pandemie trifft die Stadt Dorfen finanziell nicht so schlimm. Die Steuereinnahmen sind deutlich höher als erwartet

Von Florian Tempel, Dorfen

In Dorfen sind der Stadtrat und alle normalen Ausschüsse derzeit durch einen Pandemieausschuss ersetzt. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) berät und beschließt mit nur noch zehn statt 24 Stadträtinnen und Stadträten über die Angelegenheiten der Stadt. Der Pandemieausschuss führt die Geschäfte, so lange die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis mehr als 150 beträgt. So hat es 2021 der Dorfener Stadtrat beschlossen, der jetzt vorerst gar nichts mehr beschließen kann.

Am Mittwochabend trat der Pandemieausschuss zum ersten Mal in diesem Jahr in Aktion. Es war eine eher langweilige Sitzung, die einen Überblick über die Eckdaten des kommunalen Haushalts als Höhepunkt hatte. Kurz gesagt: Alles ist halb so schlimm. Kämmerin Maria Bauer legte dar, dass die finanzielle Lage der Stadt Dorfen besser sei als befürchtet. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie treffen die Stadt nicht so hart.

Es sind die Abschlüsse für das Jahr 2021, die positiv stimmen. Die Steuereinnahmen waren höher als angenommen. Bei der Gewerbesteuer kamen mit 5,7 Millionen Euro 1,2 Millionen mehr rein als prognostiziert. Bürgermeister Grundner sagte, das läge an der guten Entwicklung Dorfens und dem breiten Mix der hier ansässigen Firmen und Unternehmen, "da zeigen sich erfreuliche Effekte". Auch der Einkommensteueranteil, der größte Einnahmeposten, fiel im Pandemiejahr 2021 mit 10,8 Millionen Euro um 300 000 Euro besser aus als erwartet. Ein Effekt, der im vergangenen Jahr Geld sparte, waren die um 1,4 Millionen Euro geringeren als angesetzten Personalausgaben. Das liege vor allem daran, sagte Kämmerin Bauer, dass viele offene Stellen nicht besetzt werden konnten.

Als Bauer darauf verwies, dass die Stadt über die Kreisumlage in diesem Jahr mehr als neun Millionen Euro an den Landkreis überweisen müsse, ergänzte Grundner, dass die Stadt zwar viel zahle, in besonderem Maße jedoch auch von Einrichtungen des Landkreises wie der Klinik Dorfen, dem Gymnasium und dem Förderzentrum profitiere. Als Grundner sagte, er sehe positiv in die Zukunft, bremste Kämmerin Bauer ihn umgehend in seiner Euphorie ein und betonte, so richtig einfach sei die Lage nicht. Grundner zitierte abschließend seinen bekannten Standard-Haushaltsspruch, Dorfen sei nicht auf Rosen gebettet, und präsentierte einen neuen: "Der finanzielle Rock der Stadt Dorfen ist eng, aber er wärmt."

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