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Dorfen:Babys auf den Parkplatz

Die völlig missglückte Standortwahl für eine provisorische Kita auf der Pausenwiese der Grundschule am Mühlanger ist revidiert. Auch die Idee, Krippenräume auf einem ehemaligen Fabrikgelände unterzubringen, ist schon wieder passé. Neuer Favorit ist eine Fläche direkt neben den Gleisen

Von Florian Tempel, Dorfen

Die Suche nach einem geeigneten Standort für eine schnell benötigte Kinderkrippe geht weiter. Der zunächst ausgewählte, angeblich alternativlose Standort auf der Pausenweise der Grundschule am Mühlanger ist am Mittwochabend im Bauausschuss des Dorfener Stadtrats als denkbar schlechteste Lösung verworfen worden. Auch die Idee, die Kleinkind-Kita in einem Bürogebäude auf dem ehemalige Meindl-Fabrikgelände unterzubringen, fand wenig Anklang. Der neue präferierte Standort ist der Autoparkplatz an der Bahnhofstraße gegenüber vom Gewerbegebiet am Brühl, direkt neben den Gleisen.

Nach der völlig missglückten ersten Standortwahl wollten es Bürgermeister Heinz Grundner (CSU), die Bauverwaltung und die Stadträte diesmal besser machen. Gegen den Plan, auf der Pausenwiese der Grundschüler eine provisorische Kita in Modulbauweise zu platzieren, hatte es vehementen Widerstand der Schulleitung und vor allem des empörten Elternbeirats gegeben. Grundner lenkte zwar schnell ein, blieb aber zunächst dabei, dass die Pausenwiese zumindest in der Auswahl bleiben müsse. Nunmehr war davon nicht mehr die Rede. Das Gelände der Grundschule war lediglich pro forma in der Liste potenzieller Kita-Standorte aufgezählt.

Erstaunlich war, dass es auf einmal so viele andere potenzielle Aufstellplätze gab. Grundner nannte sie zwar alle "mäßig bis schlecht geeignet". Doch immerhin fanden sich am Ende drei Standorte, die in die nähere Wahl kommen. In einer ausführlichen Diskussion der Vor- und Nachteile der Flächen näherte sich der Ausschuss der nunmehr finalen Auswahl an.

Der aufgekieste Parkplatz an der Bahnhofstraße stellte sich am Ende als Favorit heraus, da er so schön groß ist. Eine Kita für zwei Krippengruppen mit je zwölf Kindern ließe sich dort problemlos als einstöckiges Gebäude errichten. Auch ein kleiner Garten wäre leicht anzulegen. Falls es weiteren Bedarf an Kitaplätzen geben sollte, ließe sich sogar eine Erweiterung anbauen. Der Standort ist zudem sehr gut zu erreichen. Für Eltern, die mit dem Zug in die Arbeit fahren, wäre die Lage besonders günstig. Die unmittelbare Nähe zu den Gleisen könnte jedoch auch ein echtes Problem sein. Noch ist ungeklärt, ob eine Kita an dieser Stelle wegen des Bahnlärms überhaupt erlaubt ist oder ob man sie durch Lärmschutzwand abschirmen könnte.

In der Präferenzliste auf Platz zwei steht eine Grünfläche am Haydnweg. Dieses Grundstück liegt zwar schön ruhig, ist allerdings deutlich kleiner. Dort wäre nur eine zweistöckige Containerkita möglich, die man auf die Fläche "rein quetschen" müsste, sagte Bauamtsleiter Franz Wandinger. Zudem müssten mehrere Bäume gefällt werden, auch um Platz für Parkplätze zu schaffen. Die schönste Lage, da waren sich alle im Bauausschuss einig, hätte eine Fläche an der Straße Am Flutkanal. Dort hat die Stadt ein gut 1000 Quadratmeter großes Grundstück direkt am Eingang zum Isenauenpark Ost. Problematisch wurde jedoch die Erreichbarkeit mit dem Auto gesehen, denn die Zufahrtsstraße ist sehr schmal. Dennoch bleibt auch dieser Standort noch in der engeren Auswahl.

Schon wieder rausgefallen ist eine Kita in einem Bürogebäude auf dem Meindl-Gelände. Der Grund: Der kleine Bahnübergang auf das Areal wird womöglich schon in einem Jahr gesperrt. Der Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Kita wäre dann umständlich und mit kleinen Kindern auch gefährlich, da man an der Bundesstraße B 15 die Straße und die Gleise überqueren müsste, um südlich der Bahnlinie entlang zum Meindl-Gelände zu gehen.

© SZ vom 16.04.2021
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