Die Arbeiten gehen zügig voran Grundsteinlegung für Lehrschwimmbecken

Finanzstärke der Stadtwerke ermöglicht den 4,3 Millionen Euro teuren Anbau des Hallenbades, der Senioren und Kindern zugute kommt

Von Florian Tempel

Erding - "Es ist schon ein ganz erstaunliches Werk." Bürgermeister Max Gotz (CSU) verhehlte bei der Grundsteinlegung für das neue Lehrschwimmbecken des Erdinger Hallenbades nicht, wie stolz ihn das 4,3 Millionen Euro teure Projekt macht. Denn: "Man muss in Bayern schon sehr weit fahren, um eine andere Stadt zu finden, wo an ein Schwimmbad angebaut wird."

Dass in Erding ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen errichtet wird, liegt dabei gar nicht an der außergewöhnlich gut gefüllten Stadtkasse. Der Bau wird nicht mit Steuergeldern bezahlt, sondern komplett von den Stadtwerken Erding finanziert. Die Stadtwerke haben aus den Gewinnen ihrer Strom- und Erdgassparte viel Geld zurückgelegt und wollen zudem den erhofften Überschuss des laufenden Jahres für die Investition verwenden, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber.

Die gesamte Planung und Abwicklung des Baus haben die Stadtwerke allerdings der städtischen Bauverwaltung übergeben. Das Erdinger Bauamt macht das freilich nicht umsonst, sondern stellt seine Arbeit den Stadtwerken in Rechnung, betonte Stadtbaumeister Sebastian Henrich.

Bürgermeister Gotz, der im Wahlkampf 2008 mit der Idee eines weiteren Schwimmbeckens um die Gunst der Wähler geworben hatte, erinnerte daran, dass das Projekt recht zügig verwirklicht wird. Im Februar 2009 gab der Erdinger Verwaltungs- und Finanzausschuss den Weg frei, im Mai 2010 genehmigte der Stadtrat den Bau. Nach dem Baubeginn im März dieses Jahres steht mittlerweile der komplette Betonunterbau. Zu Beginn der Winterbadesaison soll die Eröffnung gefeiert werden.

Gotz sagte bei der Grundsteinlegung, die Erweiterung des Hallenbades stehe nicht in Konkurrenz mit der Therme Erding. Während in der Therme Spaß und Entspannung im Vordergrund stünden, kämen die Nutzer des Erdinger Hallenbades in erster Linie, "um wirklich zu schwimmen". Das bestehende Becken reiche jedoch schon länger nicht mehr aus, um alle Gruppen von Hallenbadgästen zum Zug kommen zu lassen.

Das Konzept des Anbaus sieht vor, dass Vereine und Schulklassen aus Erding und Umgebung künftig vornehmlich das Lehrschwimmbecken nutzen. So werde nicht zuletzt für viele Senioren, die oft und gerne schwimmen, wieder mehr Platz im alten Schwimmbecken frei. Schwimmen zu lernen sei zudem grundsätzlich wichtig, befand Gotz. Dass ein Drittel der Jugendlichen bis 16 Jahren Nichtschwimmer seien, nannte er besorgniserregend. Darüberhinaus sei ein attraktives Hallenbad auch ein positiver "weicher Standortfaktor für eine Stadt, die wächst".

Huber rechnet nach der Fertigstellung des Schwimmbeckens mit 15000 bis 25000 mehr Badegästen als bislang. Zuletzt kamen etwa 160000 Besucher pro Saison ins Hallenbad. Während das Hallenbad in der Sommersaison nicht geöffnet ist, soll das Lehrschwimmbecken das ganze Jahr über genutzt werden können. Huber wies jedoch darauf hin, dass Freibadgäste nicht etwa bei einem Gewitterregen schnell mal rüber in das Lehrschwimmbecken flüchten dürften. Stolz ist der Stadtwerkechef auch darauf, dass das Hallenbad mit sogenanntem Bioerdgas beheizt werde.