Wirtschaft:Decker Group zieht aufs Tonwerk-Gelände um

Wirtschaft: Das neue Verwaltungsgebäude der Decker Group hat 12000 Quadratmeter Nutzfläche und verfügt über eine markante Fassade.

Das neue Verwaltungsgebäude der Decker Group hat 12000 Quadratmeter Nutzfläche und verfügt über eine markante Fassade.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Verwaltungsgebäude zählt zu den größten Holzgebäuden Deutschlands. Das Unternehmen hat bislang 105 Millionen Euro in das ehemalige Meindl-Areal investiert.

Von Thomas Daller, Dorfen

105 Millionen Euro hat die Decker Group bislang in Grundstücke, Gebäude, Anlagen und Einrichtungen auf dem Ziegeleiareal der ehemaligen Firma Meindl investiert. Ein zweistelliger Millionenbetrag ist offensichtlich in das neue "Headquarter" sowie in die neue Produktionshalle von Timber Homes geflossen. Robert Decker hat mit seiner neuen Verwaltung an der Adresse Alte Ziegelei 2 nicht nur eines der größten Holzgebäude Deutschlands errichtet, sondern dabei auch sehr nachhaltig gebaut. Zudem wurden seine Mitarbeiter mit in die Planung einbezogen, um deren Wünsche an ihren künftigen Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Das Verwaltungsgebäude dürfte zudem über eine der markantesten Fassaden im Landkreis verfügen.

Decker ist bereits vor sechs Wochen mit seinen rund 130 Mitarbeitern aus sieben Standorten in das gemeinsame neue Verwaltungsgebäude umgezogen. Reibungslos und innerhalb von 24 Stunden, wie Decker stolz erklärte. Nun stellte er das Gebäude mehr als hundert geladenen Gästen und der Öffentlichkeit vor.

Das Gebäude thront auf dem Hang in der Nähe der Autobahn und bietet auf seiner Nordseite einen schönen Panoramablick über Dorfen und das Isental. Die Fassade des dreigeschossigen Gebäudes ist mit Keramik und Holzlamellen verkleidet. Decker ist mit seiner Decker Group sowie den Tochterfirmen Timber Homes und Ceraflex eingezogen, als Ankermieter residiert die Firma Richter + Frenzel mit im Gebäude. Die Bruttogeschossfläche beträgt 12 000 Quadratmeter, der Bruttobauinhalt beläuft sich auf rund 100 000 Kubikmeter.

Decker erinnerte in seinem Rückblick daran, wie er 2004 mit einer Handvoll Mitarbeiter im Gebäude am Stadtpark 6 begonnen hatte. 2012 waren es 18 Mitarbeiter und aktuell sind es 130. Sobald die neue Produktionshalle fertiggestellt und ein Betrieb in zwei Schichten möglich ist, soll die Zahl der Mitarbeiter in Richtung 200 gehen.

Wirtschaft: Robert Decker (Mitte) und Geschäftsführer Jürgen Rank (rechts) beim Eröffnungsabend

Robert Decker (Mitte) und Geschäftsführer Jürgen Rank (rechts) beim Eröffnungsabend

(Foto: Renate Schmidt)

Architektin Monika Rieder schilderte, dass das Gebäude im Untergeschoss auf den bestehenden Stahlbetonbau aufgesetzt wurde und man dann in Holzskelettbauweise weiter gebaut habe. Das Gebäude sei sehr nachhaltig und nach dem aktuell höchsten Standard Kfw 40 Plus errichtet worden. Beheizt wird es mit einem eigens gebauten Wärmenetz bestehend aus zwei Hackschnitzelheizungen und einem Blockheizkraftwerk. Die Gebäudetechnik kann Lüftung, Heizung und Kühlung sowie Verschattung und Lichteinfall steuern, Wärmeeintrag im Sommer verhindern und solare Energiegewinne im Winter erzielen.

In dem Gebäude wurden 3000 Kubikmeter Holz verbaut. Diese Menge entspreche einer Fläche von vier Hektar Wald, sagte Decker, und binde drei Millionen Kilo Kohlendioxid. Die Holzbauweise, insbesondere auch die modulare, zählt zu den Stärken der Firma Decker und hat ihr über die anfängliche Bauträgertätigkeit und den Immobilienhandel enormen Erfolg beschert. Vor zehn Jahren hat die Firma ihre erste Wohnanlage aus Holz in Bad Aibling erbaut, seither wurden mehr als 700 Häuser und Wohnungen aus Holz, Holz-Beton-Hybrid oder in Holzmodulbau gefertigt.

Decker ist überzeugt: Bald kenne "auch der letzte Fliesenleger unsere Fliesen"

Mit der Tochterfirma Ceraflex, die Großkeramik verarbeitet, ist ein weiteres Standbein entstanden. In Österreich habe man damit bereits Maßstäbe gesetzt, von Dorfen aus will Decker nun den deutschen Markt erobern: "Wir sind mittlerweile der größte Großkeramikverarbeiter in Europa. Es wird keine drei Jahre dauern, dann kennt auch der letzte Fliesenleger unsere Fliesen."

Bereits im Dezember ist der Baubeginn für ein neues Hotel und Boarding-House auf dem Gelände geplant. Danach möchte es Robert Decker ein wenig ruhiger angehen, kündigte er an. Er habe viele gute Mitarbeiter und werde nicht mehr so stark gebraucht. Daher werde er sich etwas aus dem operativen Geschäft zurückziehen und sich mehr der strategischen Ausrichtung widmen. Das will er mit Reisen verbinden: Er benötige mehr Zeit, um zu schauen, "wie es die Kollegen im Rest der Welt machen".

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: