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Daten zur Region:Weiterhin sehr attraktiv für Zuzug

Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum veröffentlich Vergleichszahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises und zum Bevölkerungswachstum: Der Boom hält demnach an

Ein rotes Roß führt der Landkreis Erding im Wappen, weil er lange Zeit der pferdereichste in Bayern war. Mittlerweile wäre die treffendere Symbolik wohl ein Baukran, denn Wohnungsbau und Gewerbe boomen. Die wirtschaftliche Dynamik der Jahre 2007 bis 2017 hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum in einer aktuellen Studie zusammengefasst: Demnach wird der Landkreis Erding weiterhin sehr attraktiv für den Zuzug bleiben. Das Bayerische Landesamt für Statistik rechnet mit einem Anstieg des Bevölkerungswachstums von 137 000 im Jahr 2017 auf 154 000 im Jahr 2037.

Innerhalb des Zeitraums von 2007 bis 2017 ist die Bevölkerung im Landkreis Erding um mehr als 12 000 Einwohner gewachsen, das ist ein Anstieg von 9,6 Prozent. Damit liegt Erding zwischen den Nachbarlandkreisen Freising (8,1) und Ebersberg (11,4). Der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum ist mit 64 Prozent enorm hoch, beruht jedoch auf einer statistischen Besonderheit: Bis Ende 2008 wurden die Beschäftigten am Flughafen zur Stadt Freising gerechnet. Seither werden die Zahlen aufgeteilt auf die Stadt Freising, Hallbergmoos und Oberding. Diese Neuberechnung führte dazu, dass der Landkreis Erding von 2007 bis 2017 statistisch mehr als 17 000 Arbeitsplätze hinzugewonnen hat. Bei der Arbeitslosenquote ist Erding auch ohne neue Rechenmodelle im Münchner Speckgürtel führend: Den Jahresdurchschnitt 2017 von 1,7 Prozent kann kein anderer Landkreis in der Region unterbieten.

Richtfest; Richtfest

Die vielen Zuzügler benötigen Wohnraum. Allenthalben werden Richtfeste gefeiert, dennoch ist die Nachfrage größer als das Angebot.

(Foto: Hertel/oh)

Von der guten Konjunktur profitieren auch die Gemeinden im Landkreis. Die Gemeindesteuereinnahmen je Einwohner lagen 2017 bei 1390 Euro. Das ist ein Anstieg von 89,4 Prozent seit 2007 und Erding liegt damit vor den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg.

In diesen zehn Jahren, die statistisch untersucht wurden, hat sich die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Kommunen des Landkreises unterschiedlich ausgeprägt. Eine bereits gut ausgeprägte Infrastruktur zog auch den meisten Zuzug an. Erding hat in diesem Zeitraum mehr als 2500 Einwohner hinzugewonnen, Dorfen knapp 1200, Taufkirchen mehr als 1100 und Oberding mehr als 1000. Ein paar hundert Einwohner haben nahezu alle Gemeinden des Landkreises hinzugewonnen, die große Ausnahme ist Wörth, dort ist die Bevölkerungszahl um 57 geschrumpft. Gemessen an der jeweiligen Gemeindegröße fällt auf, dass sowohl Moosinning als auch St. Wolfgang zögerlicher Baugebiete ausgewiesen haben als andere Gemeinden; das Wachstum fällt dort deutlich geringer aus.

Interessant ist auch die jährliche Fluktuation in den Kommunen des Landkreises. Wer beispielsweise in eine der Gemeinden in der Nähe des Flughafens zieht wie Oberding, Eitting, Wartenberg oder Berglern, tendiert deutlich stärker dazu, auch wieder wegzuziehen. Die Fluktuation lag dort innerhalb der zehn Jahre von 2007 bis 2017 zwischen 21,1 Prozent (Oberding) und 17,2 Prozent (Berglern). Deutlich sesshafter sind die Bürger in den Holzlandgemeinden Inning (10,8 Prozent Fluktuation), Steinkirchen (9,2) und Hohenpolding (9,0). Auch wer nach Dorfen zieht, will offenbar nicht so schnell wieder weg: Die Stadt im Isental hat mit 10,8 Prozent eine vergleichsweise geringe Fluktuation.

89,4 Prozent

betrug der Anstieg der Gemeindesteuereinnahmen pro Einwohner von 2007 bis 2017. Je Einwohner lagen sie 2017 bei 1390 Euro. Erding liegt damit vor den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg. Von der guten Konjunktur profitierten insbesondere Oberding und Erding.

Woher kommen die Zuzügler? Es sind nicht in erster Linie die Münchner, die aufs Land ziehen. 2017 stellten sie mit etwa 1100 Neubürgern die kleinste Gruppe. 1670 Zuzügler kamen 2017 aus den sieben Landkreisen rund um München, mehr als 2600 Umzüge erfolgten innerhalb des Landkreises. Die mit Abstand größte Gruppe mit knapp 4900 Zuzüglern kamen aus dem übrigen Bayern, aus ganz Deutschland und dem Ausland.

Der Zuzug ist natürlich in weiten Teilen auch an die Fertigstellung von Wohnungen gekoppelt. 2017 wurden im gesamten Landkreis Erding 1045 Wohnungen bezugsreif. Spitzenreiter ist die Große Kreisstadt mit 245 Wohnungen, auf Platz zwei folgte Dorfen mit 149 neuen Wohnungen und Wartenberg mit 94. In Taufkirchen wurden 73 Wohnungen fertiggestellt und 68 in Bockhorn. Schlusslichter sind Ottenhofen mit einer Wohnung und Kirchberg mit null.

Interessant ist auch die Prognose zu den Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung. Der Landkreis galt und gilt als Region mit einem hohen Anteil junger Menschen. Der Anteil von Kindern im Alter von null bis 17 Jahren ist von 20,9 Prozent im Jahr 2007 auf 18,1 Prozent gesunken. Und der Anteil der über 65-Jährigen soll von 16,7 im Jahr 2017 auf fast 25 Prozent im Jahr 2037 steigen.