Dank Spenden Bürgerverein baut Messungen aus

Neues Gerät kann noch kleinere Ultrafeinstaubpartikel erfassen

Im Kampf gegen den Ultrafeinstaub im Flughafenumland hat der Freisinger "Bürgerverein zur Vermeidung von Lärm und Schadstoffbelastungen" aufgestockt: In dieser Woche hat er dank Spenden ein zweites Messgerät bekommen, mit dem noch kleinere Partikel erfasst werden können. Jetzt werden zusätzliche Teams gebildet, denn künftig soll zeitgleich an verschiedenen Stellen gemessen werden, um ein noch genaueres Bild von der Belastung speziell durch die Kerosin-Verbrennung der Flugzeuge zu bekommen, wie der Verein mitteilt.

Unterstützung erhält er auch von Neufahrns Umweltreferent Florian Pflügler (ÖDP), der die Mess-Teams teilweise begleitet. Schließlich hat die Gemeinde kürzlich beschlossen, ebenfalls ein Messgerät anzuschaffen. Zuvor hatte der Bürgerverein im Gemeinderat berichtet, dass er im Raum Neufahrn eine Ultrafeinstaub-Belastung gemessen habe, die bei Ostwind bis zu acht Mal so hoch wie bei Westwind war. Gemessen wurde etwa an der alten B 11. Das "geht dann auch genau Richtung Giggenhausen", sagte Wolfgang Herrmann vom Bürgerverein bei einer Veranstaltung der Freien Wähler in dem Dorf. Von 22 000 Partikeln pro Kubikzentimeter sprach er. Am Marzlinger Sportplatz seien es schon mal 75 000 Partikel gewesen. "Das mutet uns der Flughafen zu", sagte Herrmann.

Die Flughafen München GmbH misst Ultrafeinstaub offiziell nicht und nimmt das Problem in den Augen des Bürgervereins auch nicht ernst. Dabei könnte sie laut Herrmann durchaus alarmiert sein: Während Angestellte im bundesdeutschen Schnitt 5,3 Krankentage pro Jahr haben, sind es im FMG-Konzern 7,9 Tage. Der Bürgerverein verweist auf Studien, wonach Ultrafeinstaubpartikel ein erhebliches gesundheitliches Risiko bedeuten. Selbst Auswirkungen auf die Plazenta seien möglich, sagte der Freisinger Landtagsabgeordnete Benno Zierer (FW).

Bestätigt worden sei der Verein in seinen Befürchtungen mittlerweile auch durch eine Anhörung im Landtag. Aus der Politik gebe es aber nach wie vor keine Unterstützung, ärgerte sich der Vereinsvorsitzender Reinhard Kendlbacher, vielmehr ernte man von der CSU sogar Spott. Als ersten nötigen Schritt nannte Kendlbacher den "Abbau unnötiger Flüge".