Gitarrist Daniel Marx Besuch aus Amerika

Der 26-jährige Dorfener Daniel Marx tritt als klassischer Gitarrist bereits auf internationalen Bühnen auf. Jetzt macht er Urlaub in der Heimat.

(Foto: oh)

Der Dorfener Gitarrist studiert in Los Angeles. Seine Ferien verbringt er in der Heimat. Am vierten Advent gibt er im Jakobmayer-Saal ein Solokonzert

Von SOPHIA NEUKIRCHNER, Dorfen

Daniel Marx spielt nicht nur klassische Stücke auf der Gitarre, er verkörpert auch einen Gitarristen nach klassischem Vorbild: "Auftreten, verlegen und unterrichten. Ich mache die drei Dinge, die ein klassischer Musiker schon immer getan hat", sagt er. "Aber das Auftreten genieße ich definitiv am meisten." Am Sonntag, 18. Dezember, beehrt der 26-jährige Saitenkünstler, der schon in Süd- und Nordamerika, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien auf der Bühne stand, seine Heimatstadt Dorfen mit einem Konzert im Kulturzentrum Jakobmayer.

Erst im Juli dieses Jahres schloss er sein Studium an der Kölner Musikhochschule in der Klasse von Roberto Aussel mit Bestnoten ab. Ein Stipendium ermöglicht ihm seit August weiterführende Studien in Amerika. An der University of Southern California in Los Angeles, "einer der besten und teuersten Musikschulen in den USA", wie er sagt, lernt er von den Virtuosen des LAGQ und Pepe Romero. Nun ist er für die Weihnachtsferien zurück in Deutschland: "Das erste Semester in den USA war bereits voll neuer Erfahrungen", berichtet Marx. "Aber ich freue mich schon sehr darauf, für meine Freunde daheim spielen zu können, die meinen Werdegang mitverfolgt haben." Das Konzert im Jakobmayer ist sein einziger Soloauftritt während seines Deutschlandbesuches.

Geprägt durch seine Eltern, die beide Musiker sind, begann sein künstlerischer Werdegang schon früh. Mit fünf Jahren fing er an, Klavier zu spielen: "Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich mich eigentlich zur Gitarre hingezogen fühle." Ab dem Alter von sieben Jahren nahm er bei Peter Hackel Unterricht an der Kreismusikschule Erding, als Jugendlicher wechselte er an die Musikhochschule München. Dort intensivierte er in der Klasse von Susanne Schoeppe das Gitarrenspiel im längeren Einzelunterricht. Zum Studium ging Marx schließlich an die Musikhochschule Köln. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, außerdem Auftritte im In- und Ausland sowie in Radio und Fernsehen. In Amerika wird er neben seinem Konzertexamen auch bald wieder unterrichten, wie er es auch schon in Köln getan hatte.

Die Musiklandschaft in Amerika unterscheide sich sehr von der hiesigen: "In Deutschland haben wir eine starke Orchestertradition, da sind Gitarristen eher Nischenmusiker. In Amerika hat die Gitarre einen ganz anderen Stellenwert, sie ist wahnsinnig beliebt." Im nächsten Jahr nimmt er, gefördert durch ein weiteres Stipendium, sein erstes Album unter dem Leipziger Label Genuin Classics auf. Marx widmet einen großen Teil seiner Zeit der Konzeptionierung von neuen Werken für Gitarre, die er dann auch verlegen lässt. Zwei Stücke, die er im Jakobmayer zum ersten Mal vor großem Publikum spielen wird, sind Transkriptionen der Sonaten des frühklassischen spanischen Komponisten Manuel Blasco de Nebra, die erst vor wenigen Jahrzehnten in einem Kloster in der Nähe von Sevilla entdeckt wurden. "Ich habe die Stücke im Radio gehört und gemerkt, wie wahnsinnig gut sie für Gitarre geeignet sind", erzählt Marx begeistert.

Die Besucher im Jakobmayer werden unter dem Titel "Hommage à Niccolò Paganini" durch die Musiktradition der Klassik südlich der Alpen geführt. Marx hat dafür barocke Tanzstile, "kurze Charakterstücke" und weitere Melodien "hoher Qualität und Schönheit" von Giovanni Zambonis, Domenico Scarlattis, Niccolò Paganini und Astor Piazzolla zusammengestellt.

Nicht nur für frühere Wegbegleiter sei das Solokonzert empfehlenswert, sagt Marx, jeder könne Freude an den Stücken haben. Solange man kein Pop-Konzert erwarte, werde niemand enttäuscht.

Das Solo-Rezital von Daniel Marx findet am Sonntag, 18. Dezember, im Jakobmayer in Dorfen statt. Beginn ist 19 Uhr, Einlass 18 Uhr. Karten kosten zehn Euro im Vorverkauf und 13 Euro an der Abendkasse. Es gibt eine Ermäßigung.