Coronavirus:Rasante Verbreitung

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Coronavirus: Seit unzähligen Monaten gehört Corona zum Schulalltag hinzu. Dabei steigt die Zahl der Kinder, die in Quarantäne müssen.

Seit unzähligen Monaten gehört Corona zum Schulalltag hinzu. Dabei steigt die Zahl der Kinder, die in Quarantäne müssen.

(Foto: Renate Schmidt)

An zwei Tagen werden 161 Schulkinder und 359 noch kleinere Mädchen und Buben in Quarantäne geschickt. Auch eine Pflegeeinrichtung ist betroffen. Am Klinikum ist von der Welle nichts zu spüren

Von Irem Özkalgay, Erding

Die Verbreitung des Coronavirus in der Omikron-Variante nimmt an Geschwindigkeit zu. Innerhalb eines Tages sind im Landkreis weitere 500 Menschen in Quarantäne geschickt worden, darunter 90 Schulkinder und 65 Mädchen und Buben aus Kindertageseinrichtungen. Am Tag zuvor waren es 71 Schulkinder und 294 Mädchen und Buben in Kindertageseinrichtungen. Am Donnerstag meldete das Landratsamt 3284 Personen in Quarantäne. Besonders sorgsam wird seit Beginn der Pandemie darauf geachtet, dass es in Pflegeeinrichtungen zu keinem Ausbruch kommt, aber auch das ist nun geschehen. Am Samstag sind Corona-Infektionen bei 25 Personen einer einzigen Einrichtung in Erding zutage getreten, nicht nur bei Bewohnern, sondern auch bei Mitarbeitern. Sie seien größtenteils symptomfrei und hätten keinen schweren Verlauf, sagte die Pflegekoordinatorin Gertrud Friess-Ott. Alle haben die Omikron-Variante. Die Lage im Klinikum bleibt unterdessen stabil.

Am Dienstag der vergangenen Woche sind laut Friess-Ott in dem Erdinger Pflegeheim routinemäßig alle Bewohnerinnen und Bewohner und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet worden, das Ergebnis kam allerdings erst am darauffolgenden Samstag. Das läge wohl an den überbelasteten Laboren, sagte sie. "Normalerweise wäre das Ergebnis gleich am nächsten Tag, also am Mittwoch gekommen. Dann hätten wir rechtzeitig eingreifen und isolieren können." So habe sich das Virus im Heim verbreiten können, und es sei zu einem Ausbruch in diesem Ausmaß gekommen. Jetzt sei die Situation aber "im Griff und kompensiert".

Von welcher Person aus sich das Virus verbreitet hat, könne man nicht sagen: "Die Leute sind im Pflegeheim ja nicht eingesperrt. Sie können rein- und rausgehen und auch Besuch empfangen." Daher sei die Verfolgung schwierig. Klar sei aber, dass sich alle Bewohner mit der Omikron-Variante angesteckt haben. Zweifach geimpft und geboostert sind laut Friess-Ott fast alle Bewohner des Pflegeheims. "Leider wissen wir ja inzwischen, dass eine Impfung nicht vollständig vor einer Ansteckung schützt." Knapp neunzig Prozent aller Pflegeheimbewohner im Landkreis Erding sind ihr zufolge inzwischen geimpft. "Die, die geimpft werden wollen, sind alle geimpft. Es gibt nur ein paar einzelne, die es nicht wollen."

Trotz der schnelleren Verbreitung der neuen Virusvariante sei auch die Personalsituation gesichert, sagte Friess-Ott. Die erkrankten Bewohner seien auf ihren Stockwerken isoliert und dürften ihre Zimmer nicht verlassen. "Das dauert hoffentlich nur so lange, bis in einigen Tagen wieder negative Testergebnisse vorliegen." Im gesamten Pflegeheim sei momentan keinerlei Besuch erlaubt. Auch die gesunden Bewohner dürften die Pflegeeinrichtung nicht verlassen und auch keinen Besuch empfangen. "Zumindest so lange, bis wir wissen, wer was hat." Die positiv getesteten Bewohner und Pfleger seien größtenteils symptomfrei und hätten keinen schweren Verlauf. "Die müssen jetzt ihre Quarantäne aussitzen, und dann wird hoffentlich alles gut", sagte Friess-Ott. Solche großen Ausbrüche und kritischen Situationen in Pflegeheimen könne man nicht ganz verhindern. Wäre aber das Testergebnis schneller vorgelegen, hätte man zumindest das Ausmaß eindämmen können.

Wie das Landratsamt mitteilt, sieht man sich dort gezwungen, die Fall- und Kontaktbearbeitung auf E-Mails umzustellen, weil die Zahlen so stark steigen. Positiv getestete Personen können sich bereits über die Homepage des Landratsamts darüber informieren, wen sie als enge Kontaktpersonen melden müssen und unter welchen Bedingungen Isolation- oder Quarantäne-Zeiten verkürzt werden können. Grundsätzlich gelte für alle Personen, die ein positives PCR-Testergebnis vorliegen haben, die Verpflichtung zur Isolation.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Landkreis von 734,4 auf 840,9 gestiegen. 316 neue Fälle sind innerhalb eines Tages neu aufgetreten. Im Klinikum Erding bleibt die Lage stabil. Dort werden laut Mitteilung vom Donnerstag zwölf Covid-Patienten und -Patientinnen behandelt, davon zwei auf der Intensivstation, einer wird beatmet.

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