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Corona-Lockerungen im Landkreis:Neue Möglichkeiten

Ein weiteres Stück Normalität kehrt zurück: Die Innengastronomie in Bayern darf wieder öffnen. Die Erdinger Unternehmer reagieren erleichtert und sorgen umfassend für die Sicherheit der Gäste

Von Charlotte Nachtmann, Erding

Schlechtes Wetter ist von sofort an kein Problem mehr für Erdings Wirte. Seit diesem Montag darf auch die Innengastronomie wieder öffnen. Die Freude bei den Gastronomen in der Innenstadt ist groß, denn das unbeständige Wetter der vergangenen Wochen hat ihnen so manchen Tag verhagelt. "Wenn es schön ist, wollen natürlich ohnehin alle draußen sitzen. Aber am Sonntag haben wir zum Beispiel gar nicht erst aufgemacht wegen des Dauerregens", sagt Tamara Rilke, Chefin vom Buona Vista am Kleinen Platz.

Zwar saßen Rilkes Gäste am sonnigen Montagvormittag dennoch draußen. Der Öffnungsschritt, den die bayerische Staatsregierung am Freitag bekannt gegeben hat, bringt ihr und ihren Kollegen allerdings einiges an Planungssicherheit zurück. "Jetzt ist es vollkommen egal, ob es regnet oder nicht", freut sich Rilke. "Die Öffnung der Innengastronomie bedeutet für uns einen weiteren Schritt hin zur Normalität." Dennoch bleibt die Wirtin vorsichtig, weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis zuletzt wieder gestiegen war. Ab einem Wert von 50 würde die Testpflicht für die Gäste wieder greifen. "Daher bieten wir erst einmal nur Kaffee, Kuchen und Croissants zum Frühstück an," erklärt Rilke.

Bitte Platz nehmen! So heißt es jetzt endlich auch wieder innen in den Gaststätten und Cafés. In Erding nutzten die Gäste des Panino am Schrannenplatz am Montag wegen des einigermaßen guten Wetters dann lieber die Außenbestuhlung. Das wird sich beim nächsten Regen sicher ändern.

(Foto: Renate Schmidt)

Im Panino am Schrannenplatz hat sich der erste Gast am Montagmorgen direkt reingesetzt, erzählt Wirt Sebastiano Filippetti. Die coronabedingte Schließpause hat er für Umbaumaßnahmen genutzt, um die Räumlichkeiten den Hygienevorgaben und der Umstellung auf einen kleinen Restaurant-Betrieb anzupassen. Die Küche wurde vom Tresen weg nach hinten in einen ehemaligen Lagerraum verlegt, sodass in beiden Bereichen nun mehr Platz herrscht. "Dadurch können auch die Mitarbeiter besser Abstand zu einander halten", sagt Filippetti. Den Gastraum hat er ebenfalls so umgestaltet, dass nicht nur mehr Plätze entstanden sind, sondern auch hier einfacher die Hygienemaßnahmen umgesetzt werden können. So besteht die Möglichkeit, dass jeder zweite Tisch frei bleibt. Zwar hat Filippetti auch mobile Stellwände, diese reichen jedoch nicht für den gesamten Innenbereich des Lokals.

Der Wirt hält die Öffnung der Innengastronomie und damit die Ausweichmöglichkeit bei schlechtem Wetter für ein "wichtiges Zeichen". "Denn was mache ich, wenn es gewittert? Wir haben das in der Innenstadt bereits erlebt. Da scharren sich die Leute dann unter die Schirme, und es kann nicht mehr genügend Abstand gehalten werden", erklärt der Wirt. Planungssicherheit ist für ihn ganz besonders wichtig, da der Umbau des Panino zusätzlich zu den Umsatzeinbußen eine finanzielle Belastung bedeutet.

Panino-Wirt Sebastiano Filippetti ist auch auf Gäste im Innenraum vorbereitet und freut sich, dass er wieder witterungsunabhängig bedienen kann.

(Foto: Renate Schmidt)

Wie das Buona Vista bietet auch Filippetti zunächst eine reduzierte Karte an, auch um das neue Restaurant-Konzept zunächst zu testen. Eine Selbstbedienung wie früher gibt es nun nicht mehr.

Sowohl beim Café Stärkls in der Straße Am Mühlengraben als auch in der Kennedy Bar an der Landshuter Straße saßen am späten Montagvormittag bereits die ersten Gäste zum Frühstück oder auf einen Kaffee im Innenbereich. Durchsichtige Zwischenwände trennen im Kennedy die einzelnen Tische voneinander. "Zusätzlich wahren wir auch die 1,5 Meter Abstand zwischen den Tischen", sagt Inhaber David Ritter. Dies wäre dank der Stellwände nicht unbedingt notwendig, im Kennedy geht man jedoch auf Nummer sicher. Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen erlauben inzwischen wieder bis zu zehn Personen aus drei Haushalten an einem Tisch, sodass die maximale Gästezahl im Innenbereich des Kennedy zwischen 30 und 50 variiere, so Ritter.

Auch wenn die Öffnung der Innengastronomie für Erdings Innenstadtlokale wie so viele Corona-Maßnahmen sehr spontan erfolgte, freuen sich die Wirte. Denn auf den bangen Blick in den Wetterbericht können sie nun vorerst verzichten.

© SZ vom 08.06.2021
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