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Corona im Landkreis Erding:800 Impfungen pro Tag als Ziel

Im Erdinger Impfzentrum werden Spritzen mit Impfstoff aufgezogen. Bald soll es in den Turnhallen am Lodererplatz zwei Impfstraßen geben.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

In der Doppelturnhalle am Lodererplatz in Erding sollen von 1. März an zwei Impfstraßen vom BRK betrieben werden. Auch die Hausärzte sollen impfen. Kommende Woche werden 2700 Impfstoffdosen erwartet

Von Gerhard Wilhelm, Erding

"Jedes Impfzentrum soll bei Bedarf kurzfristig zumindest auf durchschnittlich über 800 Impfungen pro Tag gesteigert werden können." Dieses Ziel hat die Taskforce Corona-Pandemie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege herausgegeben, um ausreichend Impfkapazitäten in Bayern zu haben, sobald die Hersteller genügend Impfstoffe liefern können. 300 Impfungen gegen Covid-19 pro Tag - 200 im Impfzentrum des BRK Erding und 100 mit dem mobilen Team - sind derzeit im Landkreis möglich. Das Landratsamt will auf die Empfehlung des Ministeriums mit einem Vier-Punkte-Plan reagieren, um spätesten zum zweiten Quartal, am 1. April, das Ziel 800 zu erreichen.

Bereits zum 1. März soll laut Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) eine Erweiterung beziehungsweise ein Umzug des bestehenden Impfzentrums des BRK-Kreisverbands in die kleine Sporthallen der Grundschule am Lodererplatz 14 erfolgen. "Wir wollen den Bereich der Doppelturnhalle der Stadt Erding nutzen und dort zwei Impfstraßen aufbauen. Eine für die bereits einmal Geimpften, die keine ärztliche Beratung mehr benötigen, die andere für die noch nicht geimpften Bürger", sagt Bayerstorfer. So könnten die Kapazitäten dort verdoppelt werden. Zudem soll die Zusammenarbeit mit den Hausärzten "mittelfristig" ausgebaut werden. Zunächst könnten gezielt Schwerpunktpraxen ausgewählt und eingerichtet werden. Noch am Überlegen sei man, ob man nicht zudem dezentral Impftermine anbietet. Man könne sich vorstellen, auch in einzelnen Gemeinden zu impfen. Als vierter Punkt komme laut Bayerstorfer das Klinikum Erding ins Spiel. "Dort wird bisher schon die Impfung für das Personal durchgeführt. Im Klinikum kann man noch Impfkapazitäten schaffen", so Bayerstorfer. Weiterhin sei aber federführend der BRK-Kreisverband zuständig. Das sei vertraglich so festgelegt und habe in der Ausschreibung gestanden. "So wie es jetzt aussieht, wird auch deutlich mehr Impfstoff geliefert, dementsprechend wollen wir die Kapazitäten ausweiten." Für die Woche vom 22. Februar seien 2700 Impfstoffdosen angekündigt, rund doppelt so viel wie in dieser Woche geliefert werden.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers wurden die Impfzentren bereits in den zurückliegenden Wochen über aktuelle Lieferprognosen der Hersteller informiert und gebeten, sich darauf einzustellen, um "endlich einen Gang hochschalten" zu können und die Impfungen in Bayern noch weiter zu beschleunigen.

Bei den Hausärzten im Landkreis hat man sich schon länger Gedanken gemacht, wie die Impfkapazitäten im Landkreis erweitert werden können. "Darüber haben wir jüngst in der Führungsgruppe Katastrophenschutz gesprochen und wir haben eine Umfrage im Kreisverband gestartet. Faktische Punkte sind noch nicht geklärt, wie zum Beispiel dann die Terminzuteilung abläuft, wie erfolgt die Abrechnung und vieles mehr. Aber es gibt grundsätzlich mehrere Praxen im Landkreis, die bereit sind zu helfen", sagt Markus Marschall, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Erding. Er könne sich vorstellen, dass die Praxen als Art "Satellit" des Impfzentrums auftreten und dann beispielsweise in der Woche zwei halbe Tage nur Impfungen anbieten. Oder eine Gemeinde stellt Räumlichkeiten zur Verfügung, die dann von der Arztpraxis genutzt werden können, "quasi als mobiles Impfteam". "Impfen tun wir ja laufend, das ist ja unsere Kernkompetenz", sagt Marschall. Konkret angesprochen worden sei man vom Landratsamt noch nicht, aber über die Führungsgruppe müsste es vom Angebot Kenntnis haben. "Das BRK kommt auch mit einer zweiten Impfstraße nicht auf 800", sagt der Kreisvorsitzende.

© SZ vom 18.02.2021
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