Corona im Landkreis:Eine neue Herausforderung

Coronavirus - München

Raus oder rein? Die 3G-Regel gilt seit kurzem nun nicht mehr nur für Gäste, sondern auch fürs Servicepersonal der Gastronomie.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Seit einer Woche gilt nun auch 3 G fürs Personal der Gastronomie. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich regelmäßig testen lassen. Die Mitarbeiter machen gut mit, nicht immer aber die Gäste

Von Regina Bluhmeund Antonia Koch, Erding

Wieder einmal stehen Gasthäuser und Cafés vor einer Herausforderung. Seit einer Woche gilt in der Gastronomie die 3 G-Regel für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Kundenkontakt. Sie müssen also geimpft, genesen oder getestet sein. Wo notwendig, zahlt der Chef oder die Chefin die Tests, schließlich wollen alle ihre Mannschaft halten. Mitunter sind auch Gäste, für die im Innenbereich schon länger 3 G gilt, eine echte Herausforderung. "Ihr sei streng" hat Gerhard Lohmeier, Seniorenchef vom Wirt z'Loh, schon gehört. Doch das Risiko einer Strafzahlung will er nicht eingehen.

Der Großteil seines Personals sei geimpft und die anderen werden regelmäßig getestet, "auch nicht anders als zuvor", sagt Gerhard Lohmeier. Nur mit dem Unterschied, dass er für die nun kostenpflichtigen Tests aufkomme. Aber das sei es ihm wert: "Wissen Sie, wie wertvoll Personal ist?" Da komme es auf diese Ausgabe nun wirklich nicht an. Dafür sei ein Stammtisch kleiner geworden. An einem Tisch sind es am Sonntag jetzt nur noch drei, "da waren vorher mehr Leute gesessen. Alte Bande werden zerrissen." Zuweilen seien die Leute aber auch "fürchterlich unvernünftig". Er höre dann bei der Bitte um einen Nachweis: "Ihr seid streng" und das müsse er auch sein. Das Risiko, in eine Kontrolle zu geraten und dann eine hohe Strafe zu kassieren, sei ihm einfach zu groß.

Auch bei Rudi Rauch von Gasthof Rauch in Grucking, sind nicht alle Mitarbeiter geimpft, sie werden aber regelmäßig getestet, "schon aus eigener Sicherheit", so Rauch. Grundsätzlich bleiben auch bei ihm ein paar einzelne Gäste weg, "dafür sind andere froh, dass sie wieder ausgehen dürfen".

Anneliese Lanzl, Chefin vom Wirt z'Weiher aus Isen, ist froh, dass beim Personal alle geimpft sind. Allerdings ist die Kontrolle der Gäste mitunter nicht einfach. Zum Beispiel bei älteren Stammgästen, die einmal den Impfnachweise vorgezeigt haben und ihn beim nächsten Besuch vergessen haben. "Ich weiß ja, dass sie geimpft sind, aber wenn eine Kontrolle kommt?" Sie rede ihren Gästen immer zu, an den Nachweis zu denken. Im Haus gibt es zwar ein Schnelltest-Angebot, aber wenn richtig Betrieb ist, sei es schwierig, Personal für die Tests abzuziehen.

Auch Kostas Kostaras, Chef von Kostas Tagescafé in Dorfen, ist froh, dass alle Mitarbeiter vollständig geimpft sind - "bis auf einen, der hat in vier Tagen vollständigen Schutz". Alle hätten sich freiwillig impfen lassen. Er ist sicher, dass die 3 G Regel dafür sorge werde, dass weniger Gäste kommen. "Ich treffe in der Stadt Leute, die früher zwei bis drei Mal in der Woche bei mir waren und die ich seit langem nicht mehr gesehen habe."

Im Lou Restaurant & Bar in Erding hat die neue Regel bisher für keine Probleme gesorgt. Das Personal ist geimpft, ab 1. November gilt in den Räumen des Restaurants die 3 G+-Regel, ist bei der Geschäftsführung zu erfahren. Der Zeitaufwand für die Kontrolle der 3 G-Nachweise halte sich in Grenzen. "Die 3 G-Regel habe sich bereits eingespielt, sagt Andreas Fehlberger vom Hotel am Schloßberg in Erding und stellvertretender Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands. Die Einführung von 3 G fürs Personal sieht er nicht unbedingt positiv. "Aber anders geht es halt nicht, da muss jeder Betrieb eine individuelle Lösung zum Wohle aller finden."

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