Chorea Huntington ist eine unheilbare erbliche Erkrankung des Gehirns, die in Demenz mündet und zum Tod führt. Betroffene leiden an der fortschreitenden Zerstörung eines Bereichs des Gehirns, der für Muskelsteuerung und grundlegende mentale Funktionen wichtig ist, des Striatums. Dort werden Gehirnzellen durch ein fehlerhaftes Eiweiß zerstört, das infolge eines Defekts des Huntington-Gens gebildet wird.
Das kbo-Klinikum Taufkirchen verfügt mit ihrem Huntington-Zentrum über die zentrale Anlaufstelle in Süddeutschland, in den vergangenen 26 Jahren wurden dort mehr als 4000 Menschen behandelt. Nun soll auch eine künstlerische Annäherung an die Krankheit erfolgen: mit einer Fotoausstellung vom 17. bis 28. September im Wasserschloss sowie einem Konzert am 20. September.
Am 20. September, ab 18 Uhr, tritt Nora Guthrie bei freiem Eintritt im Wasserschloss auf. Sie ist die Tochter von Woodrow Wilson „Woody“ Guthrie, der als Singer-Songwriter zur Folk-Legende wurde. Seit den 1940er-Jahren beeinflusste er maßgeblich die Entwicklung der Folkmusik in den USA und hatte großen Einfluss auf US-amerikanische Musiker wie Bruce Springsteen und Bob Dylan. Sein bekanntestes Lied heißt „This Land is Your Land“, das zur inoffiziellen Nationalhymne der USA geworden ist und auch bei der Amtseinführung Barack Obamas als US-Präsident gespielt wurde.

Die von seiner Mutter vererbte Nervenkrankheit Chorea Huntington beeinträchtigte Woody Guthrie so sehr, dass er ab den 1950er-Jahren kaum noch als Musiker tätig sein konnte. Er starb am 3. Oktober 1967 in New York. Nach Guthries Tod initiierte dessen zweite Ehefrau Marjorie die erste Huntington-Patientenvereinigung. Die gemeinsame Tochter Nora kümmert sich um den Nachlass – insbesondere um die Vertonung unveröffentlichter Texte und engagiert sich für die Erforschung der tödlichen Erkrankung.
Zudem wird von 17. bis 28. September die Fotoausstellung „Das Leben mit Chorea Huntington in Bildern“ des venezolanischen Fotografs Vladimir Marchano gezeigt. Marchano fügt individuelle Geschichten zu einer großen Erzählung zusammen, die die Komplexität und die Herausforderungen im Leben der von der Huntington-Krankheit betroffenen Menschen in Lateinamerika darstellt.
Die Fotografien zeigen nicht nur die individuellen Kämpfe im Alltag, sondern auch die kollektive Widerstandsfähigkeit innerhalb der Gemeinschaft. Die Fotografien sind persönlich, nah und geben den Blick auf persönliche Schicksale frei, ohne dabei voyeuristisch zu sein. Der Eintritt ist frei und auch der Künstler wird bei der Ausstellung anwesend sein.

