Bürgersteige und Kopfsteinpflaster Altstadt soll barrierefrei werden

Ausschuss erteilt Büro Planungsauftrag für Konzept und Maßnahmenkatalog

Von Antonia Steiger, Erding

Die Erdinger Altstadt soll barrierefrei werden, das hat sich die Stadtpolitik zum Ziel gesetzt. Am Dienstag hat der Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss dem Planungsbüro Skorka aus Neuried bei München einen Planungsauftrag erteilt. Er umfasst die Entwicklung eines Konzeptes und eines Maßnahmenkataloges. In näherer Zukunft soll sich das Büro einmal im Stadtrat vorstellen. Es hatte die Verwaltung damit beeindruckt, dass schon sein erstes Angebot erste konkrete auf Erding zugeschnittene Lösungsvorschläge beinhaltet hatte, wie Stadtbaumeister Sebastian Henrich sagte.

In der Stadtpolitik stößt diese Initiative auf große Zustimmung, es gab keine anderslautende Wortmeldung. Die Bürger in Erding sollten, auch wenn sie in irgendeiner Weise eingeschränkt sind, in vollem Umfang am Leben in der Stadt teilhaben, darin sind sich alle einig. Jeder müsse alle öffentlichem und halböffentlichen Räume erreichen können. Inklusionsreferent Walter Rauscher (CSU) betonte zunächst, wie sympathisch ihm das Vorgehen insgesamt sei und dass dies auch über die von ihm im Jahr 2017 formulierten Wünsche hinausgehe. Er forderte aber auch eine zügige Herangehensweise und sprach sich außerdem dafür aus, dass auch Geschäfte in der Erdinger Innenstadt miteinbezogen werden sollten. "Das ist zwar nicht die Aufgabe der Stadt, aber wir sollten versuchen, sie einzubinden."

Das zu erarbeitende Konzept soll Maßnahmen aufzeigen, die auf motorischem, visuellem, auditivem und kognitivem Weg eine spürbare Erleichterung für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen bringen sollen. Dabei wird auch das Kopfsteinpflaster in der Altstadt nicht vergessen, das nicht nur für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer beschwerlich ist, sondern auch für Eltern mit Kinderwägen. Oder für Frauen mit hohen Absätzen. Es werde interessant sein zu sehen, was da für Ideen kommen, sagte Hans Egger (Erding Jetzt). Dass es nicht nur um Barrierefreiheit im öffentlichen Raum gehe, sondern auch um Barrieren in den Köpfen, darauf wies Horst Schmidt (SPD) hin.

Wie im Rathaus bereits ausgeforscht werden konnte, gilt ein "Konzept zur Barrierefreiheit" bei der Regierung von Oberbayern grundsätzlich durchaus als förderfähig. Dort habe man der Stadt empfohlen, das Konzept als eine aus dem ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) abgeleitete Maßnahme zu erarbeiten. Und so wird es auch gemacht. Das ISEK, in dessen Zuge einige Workshops angeboten worden waren, an dem jedermann hätte teilnehmen können, sei ein Angebot an die Bürger gewesen, sagte Gotz, bei dem diese gerne etwas mehr Interesse hätten zeigen können. Auf Nachfrage von Burkhard Köppen (CSU) sagte Gotz, dass man noch immer an einer Schlussbemerkung für das ISEK feile, weil es dazu unterschiedliche Auffassungen von Stadträten, die darüber im vergangenen Jahr diskutiert hätten, und dem Büro gebe, das das ISEK in Erding betreut hatte. Auf weitere Nachfrage sagte Gotz, dass der Stadtrat durchaus Einfluss auf die Priorisierung der Maßnahmen bei der Umsetzung des Konzeptes zur Barrierefreiheit in der Altstadt habe. Grundsätzlich werde es aber sein wie beim Radverkehrskonzept, dessen Umsetzung die Stadtverwaltung Schritt für Schritt vorantreibe.