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Bremse für Siedlungsdruck:Frische Bergluft

Freisings grüne Hänge sollen erhalten werden

Ob Domberg, Weihenstephaner Berg oder Lankesberg: An der Schnittstelle zwischen dem tertiären Hügelland und der Münchner Schotterebene gelegen, ist das Freisinger Stadtbild geprägt von grünen Hängen. Sie durchziehen die gesamte Stadt von Südwesten nach Nordosten. Um die Hangkanten allem Siedlungsdruck zum Trotz erhalten und weiter entwickeln zu können, hat die Stadt jetzt eine Feinuntersuchung in Auftrag gegeben, die vom Städtebaubüro "Leuninger & Michler" aus Kaufbeuren und dem Büro "WGF-Landschaft" aus Nürnberg durchgeführt wird. Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Die Sicherung der Hangkanten steht als Projekt Nummer 16 mit erster Priorität im neuen Freisinger Stadtentwicklungsplan. Denn die Hänge würden nicht nur das Ortsbild entscheidend prägen, sie würden auch frische Luft produzieren und damit zur "Mäßigung von Temperaturextremen" beitragen, erläuterte Heiko Huppenberger vom Stadtplanungsamt - gerade in einem "klimatisch belasteten Raum" wie der Freisinger Innenstadt. Daneben fänden sich an den Hängen alter Baumbestand und Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Für die Menschen würden die Hangkanten zudem Erholungsfunktionen erfüllen.

All diese Funktionen drohten jedoch mit der zunehmenden Bebauung und unsachgemäßer Nutzung verloren zu gehen, schilderte Huppenberger weiter. Beim Schutz der Hänge seien die rechtlichen Spielräume der Stadt bislang oft gering - es gelte also, hier mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans eine rechtliche Sicherung herbeizuführen.

Die Grundlagen dafür soll nun die Feinuntersuchung erbringen - sehr zur Freude der Grünen, die bereits vor mehr als zwei Jahren beantragt hatten, ein Konzept für die dauerhafte Sicherung der tertiären Hangkanten zu erarbeiten. Zu den damaligen Forderungen der Fraktion gehören der Schutz biotopwürdiger Baumbestände, "insbesondere des Weihenstephaner Südhangs", die Einrichtung und Pflege von Aussichtsplattformen mit Bänken sowie die Pflege von "markanten Sichtachsen auf die Schotterebene und die Alpen sowie auf den Domberg". Es sei schön, dass die Verwaltung dieses Thema aufgegriffen habe, sagte Reitsam.