Beim Abfall- und Recyclingbetrieb Wurzer in Eitting im Landkreis Erding ist am Sonntagvormittag gegen 10.20 Uhr eine Lagerhalle mit einer Förderanlage in Brand geraten. Es war – wieder einmal – kein kleines Feuer, sondern ein massiver und schwerer Brandfall. Dichter Rauch stieg stundenlang über dem Betriebsgelände auf und war kilometerweit zu sehen. Das Feuer war erst am Abend unter Kontrolle gebracht.
Als Ursache nehmen die Brandermittler der Kripo Erding derzeit einen falsch entsorgten Akku an, der sich beim Schreddern entzündet haben könnte, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Der Schaden an der Halle und den technischen Anlagen wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Durch den Brand selbst seien keine Personen verletzt worden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Ein Großaufgebot aller umliegenden Feuerwehren war am Sonntag zur Brandbekämpfung angerückt. Die physische Belastung am heißesten Tag des Jahres mit Temperaturen von fast 38 Grad im Schatten forderten den Einsatzkräften alles ab. Eine Atemschutzausrüstung wiegt mehr als 20 Kilogramm. Kreisbrandrat Florian Pleiner sagte, man habe ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Einsatzkräfte nicht überbelastet wurden.

So habe man eine große Zahl von Atemschutzträgern eingesetzt, um schneller als üblich durchzurotieren. Nach maximal zwölf Minuten wurde ein Atemschutzträger abgelöst, um sich im Schatten auszuruhen und bei Getränken erholen zu können. Dennoch bekamen acht Feuerwehrleute durch den anstrengenden Einsatz Kreislaufprobleme. Zwei wurden vorsorglich zur Abklärung in ein Krankenhaus gebracht, das sie aber wenig später schon wieder verlassen konnten.
In den vergangenen Jahren sind in dem Betrieb immer wieder Brände ausgebrochen
Zur vermutlichen Brandursache sagte Pleiner: „Aus unserer Perspektive kann man nicht genau identifizieren, was es denn war.“ Allerdings seien vergleichbare Brandfälle in anderen Entsorgungsunternehmen in Deutschland bekannt, bei denen ebenfalls achtlos weggeworfen Akkus als Ursache benannt wurden.
Zuletzt hatte es Anfang April vergangenen Jahres drei Tage lang bei Wurzer gebrannt. Damals hatte sich ein riesiger Sperrmüllhaufen entzündet, wahrscheinlich ebenfalls wegen eines unsachgemäß entsorgten Akkus im Müll. Vier Monate zuvor war in einer Halle, in der Müll zerkleinert wurde, ein Feuer ausgebrochen. Zwei Mitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Im Januar 2024 hatte es in der Sperrmüllhalle gebrannt. Laut einer Einschätzung des Betriebsleiters hatten sich im geschredderten Sperrmüll wahrscheinlich Reste von Batterien oder Akkus selbst entzündet, hieß es damals im Polizeibericht.
Am dramatischsten war die Situation im November 2022. Bei einem Großbrand in der Plastikmüll-Sortieranlage wurden elf Mitarbeiter und zwei Polizeibeamte durch Rauchgase leicht bis mittelschwer verletzt. Sieben Personen wurden zur Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht, sechs konnten ambulant versorgt werden. Das massive Feuer konnte relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Sachschaden ging in die Millionen.
Ein Jahr davor war auf dem Wurzer-Gelände ein Sperrholzhaufen in Brand geraten. Im September 2021 war ein Müllberg in Brand geraten, im Januar brannte ein Kabel in einem Elektroraum. 2018 mussten die Feuerwehren zweimal und 2017 dreimal anrücken.


