Seltener ErregerErdinger mit Borna-Virus infiziert

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Experten gehen davon aus, dass  das Virus durch Kontakt mit den Ausscheidungen von Spitzmäusen übertragen wird.
Experten gehen davon aus, dass  das Virus durch Kontakt mit den Ausscheidungen von Spitzmäusen übertragen wird. Sebastian Ritter/Wikipedia
  • Im Landkreis Erding ist ein Mensch mit dem seltenen Borna-Virus infiziert, das eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursacht.
  • Das Virus wird von Feldspitzmäusen übertragen und jährlich werden weniger als zehn Fälle in ganz Deutschland gemeldet.
  • Im vergangenen Jahr starben mehrere Menschen in Bayern an dem Virus, darunter eine Person im Landkreis Tirschenreuth.
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Im Landkreis gibt es einen neuen Fall der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit. Sie wird von Feldspitzmäusen übertragen.

Im Landkreis Erding ist ein Mensch mit dem seltenen Borna-Virus infiziert, teilt das Landratsamt Erding mit. Zum Gesundheitszustand der Person äußerte sich die Behörde nicht. Auch zu der Person selbst und den Umständen der Infektion gibt es keine Angaben.
Die Infektionen mit der wahrscheinlich vordringlich von Feldspitzmäusen übertragenen Krankheit, einer Gehirnentzündung, verlaufen in den meisten Fällen lebensbedrohlich. Jährlich werden weniger als zehn Fälle in ganz Deutschland gemeldet, ein Großteil davon aus Bayern.

Das Gesundheitsamt Erding stehe bei der Untersuchung zur Infektionsursache in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Maske getragen werden.
Oft waren Menschen von Infektionen betroffen, die an Ortsrändern leben. Verschiedene Tierarten wie Pferde, Schafe und Igel können ebenfalls erkranken.

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Todesfälle in Bayern. Im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz starb im Herbst eine 57 Jahre alte Person. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals zunächst keine Erklärung.

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst. Der Erreger ist bei Tieren zwar seit Langem bekannt. Erst seit 2018 wurde aber nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen (Enzephalitis) verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.

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