Bockhorn:Toter Bauer in Güllegrube - Ermittlungen wegen möglicher Tötung

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War es ein Unglück - oder womöglich ganz anders? Vor wenigen Tagen fanden Einsatzkräfte erst den noch laufenden Traktor und kurz darauf den toten 63-Jährigen in einer Güllegrube. Nun ermittelt die Kripo.

Der Tod eines 63 Jahre alten Landwirts, der am Mittwoch vor einer Woche tot aus der Güllegrube seines Hofs in Breitasch geborgen wurde, war womöglich doch kein tragischer Unglücksfall. Seit Freitag ist es amtlich: Die Kripo Erding und die Staatsanwaltschaft Landshut ermitteln wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts.

Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Strafverfolgungsbehörden derzeit keine Angaben dazu, wodurch sich der Verdacht begründet. Man muss jedoch davon ausgehen, dass es sehr deutliche Hinweise gibt, dass der Verstorbene nicht von alleine in die Güllegrube stolperte. Es ist naheliegend, dass bei der Obduktion der Leiche verdächtige Verletzungen gefunden wurden, wenngleich sich die Staatsanwaltschaft nicht zu den Ergebnissen der Obduktion äußert.

Offensichtlich hat die Kripo Erding klare Anhaltspunkte, da sonst wohl kaum ein Aufruf an die Bevölkerung um Mithilfe "zur Klärung der Tat" ergangen wäre, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung heißt. Die Polizei richtet ihre Fragen insbesondere an die "Bevölkerung von Bockhorn":

"Wer hat am Mittwoch, 19. Januar, in der Zeit von 17 Uhr bis 21.30 Uhr, Personen gesehen, die sich im Bereich des Grundstücks beziehungsweise in der Ortschaft aufgehalten haben und dort nicht hingehören? Wer hat verdächtig wirkende Feststellungen im Bereich des Anwesens des Verstorbenen gemacht? Wer kann Auskünfte zur Person des Verstorbenen und dessen Umfeld geben?"

Am späteren Abend des besagten Tags waren Nachbarn stutzig geworden, da auf dem alten, teilweise schon verfallenen Bauernhof bei einem Traktor mit brennenden Lichtern und angekoppeltem Güllefass bereits seit Stunden der Motor lief. Sie wählten den Notruf, und die Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehren aus Erding und Kirchasch, zwei Rettungswagen, die Erdinger Polizei und den Rettungshubschrauber sowie die First Responder aus Grünbach.

Letztere entdeckten in der Güllegrube erst die Kopfbedeckung des Mannes und konnten ihn dann selbst knapp unter der Oberfläche orten. Den äußeren Umständen nach sah alles so aus, als wollte der Verstorbene Gülle umpumpen, verlor dabei den Halt und fiel in die Grube, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Womöglich ist es ganz anders gewesen. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 08122/9680 entgegen.

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