Bildung Vier Klassen weniger

20 Schüler haben keinen Platz in Ganztagesklassen gefunden, doch insgesamt reichten die Anmeldungen in den jeweiligen Altersstufen nicht für neue Klassen.

(Foto: Marco Einfeldt)

An der Neufahrner Mittelschule gibt es in diesem Schuljahr nur vier, statt wie bisher acht Ganztagesklassen. Ursache sind weniger Anmeldungen. Doch der Schulreferent geht dabei von normalen Schwankungen aus

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Für manche Eltern beginnt das neue Schuljahr anders als sie es sich vorgestellt hatten: An der Jo-Mihaly-Mittelschule gibt es diesmal nur vier Ganztagsklassen, während es im vergangenen Schuljahr noch doppelt so viele waren. Rund 20 Interessenten mussten abgewiesen werden, teilte Rektorin Marietta Hager auf Anfrage mit.

Besonders hart sei das für die betroffenen Fünftklässler, weiß die Schulleiterin, gerade für die Jüngeren wäre die ganztägige Betreuung oft sehr wichtig. Für die Bildung zusätzlicher Klassen gibt es allerdings genaue Vorgaben der Regierung von Oberbayern zu den Schülerzahlen. Nur wenn diese überschritten werden, kann eine Klasse noch einmal geteilt werden. Im Fall der Jo-Mihaly-Schule ist das aber bei den Fünftklässlern nicht der Fall gewesen. Das habe auch daran gelegen, dass viele Viertklässler im Probeunterricht doch noch den Sprung in die Realschule geschafft hätten, erzählt Marietta Hager. Dadurch wechseln insgesamt weniger Kinder in die Mittelschule.

In den höheren Klassen wiederum kann es passieren, dass Eltern ihre Kinder nach einigen Ganztagsjahren nur noch für eine "kurze Klasse" anmelden und dadurch nicht mehr genug Schüler für eine Ganztagsklasse da sind. In der Neufahrner Mittelschule gibt es deshalb heuer auch keine Ganztagsklassen für Siebt- und Neuntklässler.

Im Ganztagsbereich gebe es jährliche Schwankungen, weiß Schulreferent Josef Eschlwech (Freie Wähler). Das sei durchaus normal, eben weil die Frage der Klassenteilung oft nur von einigen Schülern abhänge: "Das kann die nächsten Jahre wieder ganz anders aussehen." Er selbst ist überzeugt, dass es "sicher wieder mehr" Ganztagsklassen werden. Eschlwech sagt das nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Mensa-Diskussion. Die Ganztagskinder bekommen ihr Mittagessen seit gut zehn Jahren in Containern serviert. Wie berichtet, hat der Gemeinderat vor nun beschlossen, die Idee eines Anbaus an das bestehende Schulgebäude weiter zu verfolgen. Allerdings müssen noch Details geklärt werden: Wird der Anbau so platziert, dass der "grüne Pausenhof" der Schule trotzdem erhalten bleibt, könnte dafür die benachbarte Käthe-Winkelmann-Halle nicht mehr nach Westen erweitert werden. Diese Option hat man sich jedoch in der Vergangenheit offen gehalten. Deshalb soll nun geprüft werden, wie sich beide Wünsche doch noch unter einen Hut bringen ließen.

Nicht zur Debatte stehen darf aufgrund der aktuellen Entwicklung aber die Größenordnung des Mensa-Anbaus, wie Eschlwech betont: "Bei der Dimensionierung müssen wir vom maximalen Angebot ausgehen." Will heißen: Kalkulieren müsse man mit bis zu zehn Ganztagsklassen, so Eschlwech.

Er selbst leitet die Grundschule am Fürholzer Weg, in der es seit einem Jahr genauso wie in der benachbarten Grundschule am Jahnweg ebenfalls Ganztagsklassen gibt. In diesem Schuljahr werden es zwei erste und zwei zweite Klassen sein. Die gemeinsam genutzte Mensa, in der auch die Kinder aus dem Hort und der Mittagsbetreuung mitversorgt werden, sei aber bereits auf bis zu acht Klassen ausgerichtet, betont Eschlwech.