Mit einem Youtube-Clip samt dem eigens komponierten Song „Der Superdoktor“ wirbt die Gemeinde Berglern seit Kurzem um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für ihren Allgemeinarzt, der 2025 in Ruhestand geht. Neben dem Bürgermeister legen sich im Clip auch Feuerwehr und Sportverein ins Zeug. Auf allen Kanälen sucht die Gemeinde nach dem neuen Superdoc, auch mit einer eigenen Superdoktor-Homepage. Angesichts des Ärztemangels muss man sich etwas einfallen lassen.
„Das Blöde ist halt, dass alle anderen auch suchen“, weiß Berglerns Bürgermeister Anton Scherer. Klar, die Konkurrenz ist groß. Imagefilme von Kommunen gibt es inzwischen viele, auch Berglern hat schon mit einem Video um Personal für das Kinderhaus „Die Strolche“ geworben. Jetzt will die Gemeinde noch eins draufsetzen. Mithilfe eines IT-Fachmanns aus Berglern und eines Tonstudios ist mehr oder weniger in Eigenregie der gut einminütige Youtube-Clip „Berglern sucht den Superdoktor“ entstanden. Im Video kommen eine junge Familie mit zwei Kindern, der Bürgermeister und der Vermieter des Ärztehauses zu Wort. Sie singen zwar nicht, aber immer wieder ertönt der Refrain „Der Superdoktor“, untermalt von Trompetentönen und Elektrobeats.
Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichert
Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.
Unter www.superdoktor-berglern.de können Interessierte dann Näheres erfahren. Auf der Homepage präsentiert sich Berglern als idyllische bayerische Gemeinde, malerisch gelegen im Landkreis Erding. Aber auch nicht zu hinterwäldlerisch, denn es wird auf die Nähe zu den Städten Erding, Freising sowie Landshut und die gute Anbindung an die Autobahn verwiesen.
Willkommen sei ein Allgemeinmediziner, Kinder- und Jugendarzt oder ein Internist, heißt es weiter. Die Praxis ist circa 110 Quadratmeter groß und hat einen Aufzug. Nach Mitarbeiterinnen muss der oder die Neue nicht lange suchen: Das Team steht bereit und würde sich über eine Weiterarbeit in der Praxis freuen, wie der Homepage zu entnehmen ist.


Zudem legen sich die Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr und des Sportvereins für einen neuen „Superdoktor“ ins Zeug und betonen, wie wichtig ein Arzt vor Ort ist. Auch Konrad Huber, der Vermieter des Ärztehauses, kommt zu Wort. Der aktuelle „Superdoktor“ Claudio Jakasovic betont, wie wohl er sich über die Jahrzehnte in der Gemeinde Berglern gefühlt habe.
Weiter ist auf der Homepage zu erfahren, dass es in der Gemeinde mit ihren knapp 3100 Einwohnern einen Rewe gibt sowie ein Speiselokal, ein Café, einen Getränkehandel, einen Zahnarzt, zahlreiche Vereine und bald auch eine von der Praxis fußläufig erreichbare Apotheke. Über Geld wird auf der Homepage nicht gesprochen, dafür ist der Link über Fördermöglichkeiten durch das Bayerische Gesundheitsministerium zur Landarztprämie eingestellt.
Landärzte werden überall händeringend gesucht. Im Landkreis Freising setzten zuletzt die Gemeinden Langenbach und Hohenkammer auf Unterstützung der Freisinger Werbeagentur Kasper Communications. In Langenbach hat die Kampagne „Der Bachdoktor – ein Dorf sucht einen Arzt“ bisher zu keinem Abschluss geführt. Gespräche laufen immerhin. Mit der Legende um den Heiler und Mediziner Caius hatte Hohenkammer mehr Glück. Sonja Hömig, bisher als angestellte Ärztin im Nachbarlandkreis Pfaffenhofen tätig, wurde auf Facebook auf die Kampagne aufmerksam. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 wird sie in Hohenkammer ihre Praxis eröffnen.

