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Bei Dunkelheit wird es gefährlich:Immenses Unfallrisiko

Wer ohne funktionierendes Licht in der Dämmerung Rad fährt, begibt sich in Gefahr. Der ADFC checkt am Donnerstag in Erding wieder Räder, hier prüft Hans Richter Kabel.

(Foto: Renate Schmidt)

Etwa jeder zweite Radfahrer fährt ohne funktionierendes Licht. Besonders in der dunklen Jahreszeit setzt man damit Gesundheit und Leben aufs Spiel. Der ADFC bietet an diesem Donnerstag einen kostenlosen Check und Hilfe an

Viele Fahrradfahrer im Landkreis setzen leichtsinnig ihr Leben aufs Spiel: Etwa jedes zweite Rad verfügt über kein funktionierendes Licht. Seit Jahren bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) im Oktober zusammen mit der Polizei Beleuchtungschecks an, und immer wieder ist die Bilanz haarsträubend. Wenn nun die Winterzeit beginnt und die Dämmerung schon am späten Nachmittag einsetzt, steigt das Risiko ganz erheblich, in einen Unfall verwickelt zu werden.

Sportliche Erwachsene, die das Rad oft nutzen, schneiden bei den Beleuchtungstests überwiegend gut ab. Sie lassen in der Regel ihr Fahrrad regelmäßig warten, bestätigt Hermann Stöckl vom Radl-Center-Stöckl in Taufkirchen. "Wenn jemand sein Fahrrad zum Reparieren bringt, checken wir immer die Beleuchtung. Das gehört zum Service." Anfällig seien insbesondere ältere Räder, bei denen Kontaktprobleme an den Kabeln auftreten würden. Unterschätzt seien auch fehlende Katzenaugen: "Wenn jemand seitlich aus einer Kurve kommt, kann es sein, dass er zu spät gesehen wird."

Bei der Polizeiinspektion Dorfen hat man im Rahmen der Schulwegüberwachung ähnliche Erfahrungen gemacht; teilweise waren zwei Drittel der Schüler ohne Licht unterwegs. "Manchen fehlt das Bewusstsein, dass sie ohne Licht nicht rechtzeitig gesehen werden", sagte der stellvertretende Inspektionsleiter Hans Rumpfinger. "Das Fahrradlicht funktioniert, aber sie schalten es nicht ein." Und dann gebe es noch jene jungen Radler, die mit Mountainbikes oder Rennrädern unterwegs sind, die ohne Licht verkauft werden können, weil sie nicht als Verkehrsmittel, sondern als Sportgerät eingestuft seien: "Wenn man sie darauf hinweist, in welche Gefahr sie sich begeben, rüsten sie nach unserer Erfahrung Batterielichter nach."

Horst Weise, Vorsitzender des ADFC Erding, zählt ebenfalls Jugendliche zur problematischen Gruppe. Manche fänden es sogar "cool", ohne Licht zu fahren. Wenn man dann auch noch dunkel gekleidet sei, wäre das hochriskant. "Dabei ist eine funktionierende Fahrradbeleuchtung überlebenswichtig", betont Weise. Weil Jugendliche oftmals uneinsichtig seien, sieht Weise die Eltern oder Großeltern in der Pflicht. "Ich würde meine Enkelkinder nicht mit einem Fahrrad auf die Straße lassen, bei dem das Licht nicht funktioniert."

Neben den Jugendlichen gebe es noch eine weitere Gruppe, die auffallend oft mit Rädern in schlechtem Zustand unterwegs seien: S-Bahn-Pendler. An den Bahnhöfen würden sehr häufig Räder gestohlen, das sei den Pendlern auch bekannt. Deswegen nutze man für die Fahrt zum Bahnhof nicht die guten neuen Räder, mit denen man am Wochenende Touren unternehme, sondern die alten Kraxen, deren Verlust zu verschmerzen wäre. Auch das ließe sich lösen, sagte Weise, wenn man die Abstellplätze gut beleuchten und mit einer Videokamera überwachen würde.

Nicht zuletzt gebe es jene Gruppe von alleinstehenden Frauen, die nicht allzu technisch versiert seien, erläuterte Weise. Sie würden Gelegenheiten wie den Beleuchtungscheck gerne wahrnehmen, um Defekte wie ein kaputtes Licht oder mangelhafte Bremsen reparieren zu lassen. Die nächste Gelegenheit bietet sich in Kürze: Der Kreisverband des ADFC veranstaltet seinen alljährlichen Check am Dienstag, 24 Oktober, von 17 bis 19 Uhr in der Münchner Straße 22 gegenüber dem Amtsgericht. Kleinere Mängel werden sofort beseitigt. Bei Regen entfällt das Angebot.