„Future. Now“: Der Schriftzug prangt an diesem Tag überall im Foyer der Therme Erding. Eingeladen hat die Therme zu einem Presserundgang, um das Ergebnis von knapp drei Wochen Umbau zu präsentieren. In deren Zentrum standen der Schwimmbereich unter der Glaskuppel und die sogenannte Vitaloase, also der textile Spa-Bereich der Therme. Doch obwohl die Präsentation unter dem besagten Motto stand, ist die Vision des neuen Inhabers Robert Hanea eine Art „Back to the roots“. Denn ein zentrales Element der Umbauarbeiten war die Einbindung von Kunstwerken in die Thermen-Landschaft.
„Die Kunst soll ein fester Bestandteil der Therme sein“, erklärt der Eigentümer. Mit seinem Unternehmen Therme Group erwarb Hanea, der aus Rumänien stammt und in der Hauptstadt Bukarest ein Thermalbad betreibt, im vergangenen Jahr den gesamten Thermen-Komplex in Erding für knapp 320 Millionen Euro. Mit dem Umbau will der 46-Jährige auch an die Historie der Bäder erinnern. „In der Geschichte, im alten Rom, war die Therme immer auch ein Ort der Kultur. Es war ein Ort für Körper, Seele und Kultur“, erläutert der Unternehmer. So hängen im Foyer jetzt Stoffrosen von der Decke herab, die sich mithilfe einer mechanischen Konstruktion öffnen. Die 38 Blumen sollen an das Jahr 1938 erinnern, das Geburtsjahr des verstorbenen Thermengründers Josef Wund.
Umgestaltet wurde vor allem der große Schwimmbereich unter der Glaskuppel. Inmitten der Badelandschaft steht ein futuristisch anmutender Würfel, in dem sich eine neue Textilsauna befindet. Die Wände der Halle wurden begrünt und Pflanzen ausgetauscht. Auch das Schwimmbecken selbst wurde umgestaltet. Es gibt eine Bar mitten im Pool, neue Tische und Sitzmöglichkeiten im Wasser.
Das „Polaris“-Becken wurde in ein Kaltwasserbecken verwandelt mit einer Temperatur von 14 bis 18 Grad – laut Geschäftsführer Marcus Maier das größte Kaltwasserbecken der Welt. In der Mitte steht ein Eisbrunnen, aus dem Eiswürfel regnen. Die Zahl der Textilsaunen wurde auf 15 aufgestockt; man folgt damit laut Maier einem weltweiten Trend. „Gerade jüngere Menschen wollen eher in Textilsaunen gehen.“

Ob und wie stark die Therme die Eintrittspreise erhöht, dazu wollte der Geschäftsführer beim Pressetermin nichts sagen. Trotz steigender Energie- und Personalkosten werde man aber darauf achten, „dass die Therme Erding nicht zu einer Therme für Reiche wird“, so Maier. „Wir wollen, dass sich jeder einen Besuch im Jahr leisten kann.“ Maier rechnet nach eigenen Worten damit, dass die Therme trotz der dreiwöchigen Einschränkungen durch den Umbau heuer die Zahl von 1,9 Millionen Besuchern aus dem vergangenen Jahr übertreffen wird.
Neu-Eigentümer Robert Hanea plant unterdessen bereits den nächsten Umbau: „Wir haben schon konkrete Pläne, die wir in den nächsten 18 Monaten umsetzen wollen.“ Welche, verrät er nicht. Auch über die genauen Kosten schweigt er. Nur so viel: Die Kosten lägen im zweistelligen Millionenbereich. Inzwischen sei die Therme Group, zu der seit dem vergangenen Jahr das Bad in Erding gehört, das größte Wellbeing-Unternehmen, führt Hanea aus. Neben der Wellnessoase in Erding gehören derartige Einrichtungen in Bukarest, Kanada, Südkorea und den USA zur Therme Group.

