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Bauen und Wohnen:Wertzuwachs hat sich verdoppelt

Baustelle

Trotz reger Bautätigkeit in der Kreisstadt steigen in allen Bereichen die Preise an: beim Bauland, bei den Eigentumswohnungen und den frei stehenden Einzel- und Doppelhäusern.

(Foto: Stephan Görlich)

Laut Marktforschungsinstitut verzeichnet Erding den höchsten Preisanstieg in der gesamten Region München bei Eigentumswohnungen. Auch beim prozentualen Anstieg der Mieten ist die Kreisstadt Spitzenreiter

Regelrecht explodiert sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand innerhalb der vergangenen fünf Jahre in der Kreisstadt Erding, wie das Marktforschungsinstitut des Immobilienverband Deutschland (IVD) berichtet: Der Wertzuwachs hat sich verdoppelt. Den höchsten Preisanstieg in der gesamten Region München verzeichnet Erding auch im Vergleich Herbst 2018/Frühjahr 2019 mit einem Plus von 7,6 Prozent. Auch beim Anstieg der Mieten zwischen 2014 und 2019 ist die Kreisstadt Erding mit einem Anstieg um 45 Prozent Spitzenreiter.

Der Wohnimmobilienmarkt im Münchner Umland (Landkreise Freising, Erding, Ebersberg, München, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau, Bad Tölz-Wolfratshausen) wird halbjährlich vom Immobilienverband Deutschland vorgestellt. Die Tendenz ist immer gleich: Die Preise steigen, egal ob man sich ein Haus, eine Eigentumswohnung kaufen will, oder in Miete gehen will. Die Gründe sieht der Verband in der ungebrochen hohen Attraktivität der Region München dank der guten Arbeitsmarktsituation. Als Wohnort erfreuten sich die Städte und Gemeinden rund um die Landeshauptstadt besonders bei Familien mit Kindern größter Beliebtheit. Das vorhandene Angebot an Wohnimmobilien sei meist umfangreicher, Kauf- und Mietpreise unter dem hohen Münchner Niveau. Die Folge sei, dass die Umlandgemeinden einem immer größer werdenden Siedlungsdruck ausgesetzt seien, aber die hohe Nachfrage sowohl nach Kauf- als auch nach Mietobjekten könne nicht ansatzweise gedeckt werden, das Preisniveau steige stetig an. "Es gilt: Je kürzer die Wege in die Landeshauptstadt, in die Stadtzentren und zu den Arbeitsplätzen sind, beziehungsweise je besser die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut ist, desto höher sind Nachfrage und Preisniveau."

Extrem betroffen ist nach dem Bericht die Kreisstadt Erding. Sie sei mit einer sehr starken Nachfrage nach Kauf-, vor allem aber nach Mietobjekten, konfrontiert. Eine Lösung könnte das Gelände des Fliegerhorstes sein, das 2024 frei werden soll. Auf dem Areal soll ein Mix aus Wohnen, Arbeiten und Naherholung entstehen. Doch nach dem derzeitigen Stand ist nicht abzusehen, wann dort tatsächlich gebaut werden kann. Wie stark der Druck in der Kreisstadt ist zeigt auch der Preise für Baugrundstücke für freistehende Einfamilienhäuser. Der liegt mittlerweile bei 1425 Euro für den Quadratmeter.

Auch für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften wurden im Frühjahr 2019 in den Kreisstädten der Region München höhere Kaufpreise aufgerufen als noch im Herbst 2018. Die deutlichsten Anstiege im Segment der Einfamilienhäuser verzeichneten allerdings Dachau mit einem Plus von sechs Prozent, vor Ebersberg (plus 4,7 Prozent). Ein freistehendes Einfamilienhaus (guter Wohnwert) im S-Bahn-Bereich kostete im Frühjahr 2019 in Dachau im Durchschnitt 931 900 Euro, in der Kreisstadt Ebersberg 803 500 Euro und in Erding (plus zwei Prozent) mittlerweile 915 000 Euro. Wobei man in Ebersberg ein starkes Preisgefälle hat: In Vaterstetten muss für das gleiche Haus 1,275 Millionen Euro gezahlt werden.

Etwas abgeschwächt hat sich offenbar im Vergleich mit den anderen Landkreisen der Anstieg der Mieten, bei der IVD spricht man sogar von einem "deutlich moderateren Anstieg von Herbst 2018 bis Frühjahr 2019. Der Mietpreis für Bestandswohnungen im guten Wohnwert nahm in dem Zeitraum in Freising (plus vier Prozent) und Fürstenfeldbruck (2,6 Prozent) am stärksten zu. Der Fünfjahresvergleich zeigt aber, dass Erding dafür in der Vergangenheit ordentlich bei den Mieten zugelegt hat: um 45 Prozent. Der Mietpreis für eine Wohnung in guter Lage liegt im Durchschnitt bei 13,60 Euro je Quadratmeter. Nach Ebersberg ist aber nach wie vor bei Neuvertragsmieten Erding am günstigsten in der Region. 70 Prozent aller Objekt sind bei einem Mietpreisniveau von unter 13 Euro. Die Situation auf dem Erdinger Mietmarkt ist dabei laut Bericht "sehr angespannt - die Nachfrage kann noch weniger gedeckt werden als bei Kaufobjekten".