InfrastrukturDorfen benötigt am neuen Bahnhof ein Parkhaus

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Der Dorfener Bahnhof hat ausgedient, sobald der zweigleisige Ausbau der Strecke kommt. Ein neuer Bahnhof soll 300 Meter weiter östlich entstehen, mit einem Parkhaus und 700 Stellplätzen.
Der Dorfener Bahnhof hat ausgedient, sobald der zweigleisige Ausbau der Strecke kommt. Ein neuer Bahnhof soll 300 Meter weiter östlich entstehen, mit einem Parkhaus und 700 Stellplätzen. Renate Schmidt
  • Dorfen plant am neuen Bahnhof ein vierstöckiges Parkhaus mit 700 Stellplätzen, da der MVV den aktuellen Bedarf von 462 Plätzen für unzureichend hält.
  • Die Kosten für Parkhaus und Bahnhofsgebäude werden auf 8,8 bis zehn Millionen Euro geschätzt, mit einem Fördersatz von derzeit 80 Prozent.
  • Der neue Bahnhof muss 300 Meter östlich entstehen, da die Gleise beim zweigleisigen Ausbau der Strecke München-Mühldorf tiefer gelegt werden.
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Der MVV prognostiziert einen künftigen Bedarf von 700 Stellplätzen. Die Kosten werden auf zehn Millionen Euro geschätzt

Von Thomas Daller, Dorfen

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Stadtplanerin Martina Schneider hat im Stadtrat eine Untersuchung für das künftige Dorfener Bahnhofsumfeld vorgestellt. Eines der grundlegenden Ziele ist ein Bahnhof mit einem Parkdeck. Dieses basiert auf einer Prognose des MVV, der die aktuelle Anzahl von 462 Stellplätzen nach einer eigenen Erhebung für unzureichend hält. Längerfristig müssten es 700 werden. Nach heutigen Berechnungen werden die Kosten inklusive Bahnhofsgebäude auf 8,8 Millionen Euro veranschlagt, bei weiter steigenden Baukosten können es zehn Millionen werden. Bei den förderfähigen Kosten, die unter dieser Bausumme liegen, beträgt der Fördersatz derzeit 80 Prozent, er könnte in der Zukunft aber auch auf 60 Prozent sinken.

Durch den geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München – Mühldorf wird der alte Dorfener Bahnhof nutzlos. Denn die neuen Gleise müssen tiefer, das heißt in einem Trog verlegt werden. Ansonsten wäre die Überführung für die Bundesstraße B15 enorm steil; den beschrankten Bahnübergang soll es nicht mehr geben. Da die Züge aber erst weiter östlich aus dem Trog herauskommen, muss etwa 300 Meter weiter ein neuer Bahnhof angelegt werden.

Das ganze Bahnhofsumfeld soll mit umziehen und den künftigen Bedürfnissen angepasst werden. Dazu zählen ein Park-and-ride-Bereich mit Ladesäulen, Radinfrastruktur, Taxiplätzen sowie die Anbindung des neuen Bahnhofs an die Innenstadt. Das Bahnhofsgebäude selbst samt Parkdeck ist mit vier Geschossen vorgesehen. „Das ist günstiger als eine Tiefgarage“, sagt Stadtplanerin Schneider. Oberirdisch kann die erforderliche Stellplatzzahl nicht erreicht werden.

Im Stadtrat missfiel Michael Oberhofer (CSU) die Dimension des geplanten Gebäudes. Er sprach von einem „deplatzierten Ozeandampfer“. Die geplante Stahlkonstruktion sei ein „grässliches Tor zu Dorfen“. Sabine Berger (CSU) schlug stattdessen ein niedrigeres Gebäude vor und dafür weitere Stellplätze südlich der Gleise auf dem Meindl-Areal, das Immobilienunternehmer Robert Decker gehört. „Wir müssten mit dem Investor reden, vielleicht ist er interessiert.“

Erwogen wird, das Parkhaus durch Parkgebühren zu finanzieren

Josef Wagenlechner (TEG) erinnerte an den geplanten neuen Stadtteil für 1400 Bewohner auf dem südlich angrenzenden Meindl-Areal. Für diese Bewohner hat die Stadt einen sehr niedrigen Stellplatzschlüssel beschlossen. „Zu wenig für so viele Bewohner“, nach Ansicht von Wagenlechner. Es sei daher zu befürchten, dass auch sie in das Parkhaus ausweichen. Ludwig Rudolf (CSU) betonte, dass Dorfen das Parkhaus auch für Pendler aus Taufkirchen und St. Wolfgang errichte. Es sei daher zu erwägen, ob man es nicht über Parkgebühren refinanzieren sollte, eventuell über private Anbieter. Ein Vorschlag, den Wagenlechner unterstützte. Mit einer Parkbewirtschaftung könne man auch auf den knappen Stellplatzschlüssel auf dem Meindl-Areal reagieren. Bürgermeister Claudius Siebert (ÜWG) gab zu bedenken, dass eine Refinanzierung über Parkgebühren möglicherweise die Förderung gefährde.

Ob eine Parkbewirtschaftung ohne Verlust von Fördermitteln möglich ist, das Meindl-Areal für Stellplätze infrage kommt, Fuß- und Radwege optimiert werden können und wie viele E-Ladeplätze vorgehalten werden sollten – all das soll die Gemeindeverwaltung nun prüfen. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat anschließend erneut vorgestellt.

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