bedeckt München 22°

Bahn:Ausbaualternative auf der Zielgeraden

Von Florian Tempel, Dorfen

So ganz fertig ist die Dorfener Alternativplanung für einen besseren Bahnausbau im Stadtgebiet noch immer nicht, doch es geht auf die Zielgerade. Der Münchner Verkehrsplaner Martin Vieregg hat dem Stadtrat seinen "vorläufigen Endbericht der vertiefenden Planung" vorgestellt. In den kommenden Monaten sollen die Planer der Deutschen Bahn die Vieregg-Variante einer Plausibilitätsprüfung unterziehen, danach geht es ins Bundesverkehrsministerium in Berlin. Klaus-Peter Zellmer, der Chefplaner der Bahn, der seinen Urlaub unterbrochen hatte, um als Zuhörer an der Stadtratssitzung teilzunehmen, sagte das informell zu: "Ich bin grundsätzlich bereit, etwas gemeinsam zu machen." Zellmer erklärte auch warum: "Ich sehe die Dringlichkeit und, dass die Dorfener Bevölkerung gerne etwas anders hätte."

Viereggs überarbeiteter Vorschlag, auf die die Dorfener Hoffnungen ruhen, ist mit geologischen Untersuchungen ergänzt worden, im großen Ganzen jedoch gleich geblieben: Die Bahngleise sollen in einem offenen Graben verschwinden, wodurch man sich kilometerlange Lärmschutzwände und teure Brückenbauwerke spart. Im Gegensatz zum weitgehend ebenerdigen Ausbau, den die Deutsche Bahn plant, ließe sich so auch der künftige Stadtteil auf dem Meindl-Areal sinnvoll erschließen. Außerdem hat Vieregg Hochwasserschutz bei Starkregen und die seit langem gewünschte Verlegung der Staatsstraße von Isen eingeplant, die entlang der Gleise bis zur Bundesstraße B 15 führen soll. Die Bahn hat zu all dem bislang nichts im Angebot. Und: Mit 57,8 Millionen Euro ist Viereggs Variante seiner Rechnung nach 8,5 Millionen Euro günstiger als die Pläne der Bahn. Zellmer machte noch einmal klar, dass die Kosten der entscheidende Aspekt sind. Er hat schon zu früheren Zeitpunkten gesagt, die Bahn sei auch offen für andere Ausbauvarianten, wenn diese bezahlt werden. Vieregg erklärte, er habe die Kosten nach dem offiziellen Kostenkennwertkatalog der Deutschen Bahn AG berechnet.

Vertreter fast aller Fraktionen lobten Viereggs Planung als sehr gelungen und überzeugend. Nur aus der CSU kam erneut Kritik. Fraktionschef Michael Oberhofer sagte zu der umfangreichen Planung inklusive geologischem Gutachten, "mir ist das viel zu detailarm". Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) warnte, es sei prinzipiell nicht leicht die Entscheider in Berlin zu überzeugen: "Wir haben nur einen Schuss und der muss sitzen."

© SZ vom 05.07.2019

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite