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Aus dem Stadtrat:Lust auf Veränderung

Einstimmiger Beschluss: Der Erdinger Planungsausschuss will mit dem Konzept für den Stadtpark weiterarbeiten

Das Konzept für die Umgestaltung eines Teils des Stadtparks hat eine weitere hohe Hürde genommen: Am Dienstag beschloss der Planungs- und Umweltausschuss einstimmig, mit dem Konzept weiterzuarbeiten. Zwar gibt es zu einzelnen Punkten divergierende Meinungen, doch das Gesamtkonzept hat die Politik offenbar überzeugt. Über Einzelheiten werde noch zu reden sein, sagte Bürgermeister Max Gotz (CSU): "Wir stehen erst am Anfang." In Einzelabstimmungen wird der Ausschuss über Details wie die beiden Türme oder die Sitzstufen entscheiden.

Breite Zustimmung gibt es im Erdinger Stadtrat zu dem Konzept des Büros der Landschaftsarchitekten Narr, Rist und Türk aus Marzling, die auch schon das Konzept zur Bewerbung um die Landesgartenschau 2018 erarbeitet hatten. Das üppigste Lob kam aus dem Munde der ÖDP-Stadträtin Roswitha Bendl, die das Projekt als "Sternstunde für Erding" bezeichnete.

Alles gefalle ihr gut: die Auflistung der jetzigen Defizite, die Bürgerbeteiligung, die Informationen im Museum. Auch das Konzept überzeuge sie. Die Uferbereiche würden verbessert, die Wege hierarchisch geordnet, die Kunst bekäme ihren Platz, und auch der pädagogische Ansatz gefiel der früheren Lehrerin Bendl.

Ähnlich äußerten sich Stadträte anderer Parteien: Für die SPD sagte Horst Schmidt, dass man den Park zu lange sich selbst überlassen habe. Er mahnte an, dass bald eine Lösung für die Radfahrer gefunden werden müsse. Laut Gotz wird das Marzlinger Büro bis Herbst dazu einen Entwurf vorlegen. Auch Günther Kuhn (Grüne) sagte, dass zumindest in Ost-West-Richtung der Weg auch für Radfahrer freigegeben werden sollte. Bevorrechtigt sollten aber weiterhin die Fußgänger sein.

Schon in der Informationsveranstaltung für die Bürger vor einer Woche hatte sich abgezeichnet, dass zwei Details noch nicht überzeugen: der Turm im ökologisch hochwertigen Mayr-Wirt-Gelände östlich der Bahnlinie und die Sitzstufen, die an drei Stellen an der Sempt angelegt werden sollen. Johanna Heindl (UWE) schlug vor, die Sitzstufen auf der anderen Seite der Sempt anzulegen in einem Bereich, der bislang nicht angetastet werden sollte.

Gotz sagte ihr zu, über alle diese Aspekte in Einzelabstimmungen entscheiden zu lassen. Sie müsse um eine Mehrheit für ihre Ideen kämpfen. Für die CSU signalisierten unter anderem Jakob Mittermeier und Herrmann Schießl ihre Zufriedenheit mit dem Konzept. Schießl äußerte jedoch Zweifel daran, dass man es schaffen werde, die Fußgänger umzuleiten und auf diese Weise Trampelpfade wieder zu begrünen.

Anton Euringer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, beruhigte ihn: "Durch die Gestaltung kann man bestimmen, wer wohin geht." So sei ein Ufer mit Schilf schnell uninteressant für Fußgänger, wenn sich dort die Mücken tummeln. Der Stadtparkreferent Harry Seeholzer (Erding jetzt) bat die Stadträte, "die Vision mitzugehen".

Seit Dienstag weiß der Stadtrat, welche Kosten auf Erding zukommen: Zwischen 1,45 und 1,85 Millionen bewegt sich die Kostenschätzung, wie Gotz sagte. Schätzungen seien jedoch mit einer großen Unsicherheit behaftet, da die Firmen sehr ausgelastet seien. Ein großer Brocken werde eine neue Brücke über die Sempt sein, die mit Rollstühlen oder Kinderwagen leichter zu überwinden sein wird. Innerhalb von zwei Jahren möchte Gotz die mehrheitsfähigen Teile des Konzeptes umsetzen. Erst dann werde entschieden, wie es weitergeht.