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August als geplanter Eröffnungstermin:Baubeginn am Vorzeige-Recyclinghof

Das neue am Wartenberger Recyclinghof am Sport- und Freizeitgelände an der Thenner Straße ist sein Zwei-Ebenen-Konzept. Mitte August soll er eröffnet werden.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Anlage in Wartenberg soll Modellcharakter für künftige Anlagen im Landkreis haben. Zwei Ebenen soll die Abgabe von Wertstoffe erleichtern, da künftig kein Treppensteigen mehr notwendig ist

An der Strogenstraße 63 in der Ortsmitte ist er schon länger nicht mehr und an seinem aktuellen Standort auf dem Volksfestplatz war er wegen der Corona-Pandemie auch längere Zeit nicht zu erreichen: der Wartenberger Recyclinghof. Dafür tut sich was an seinem künftigen Standort am Sport- und Freizeitzentrum an der Thenner Straße, dort war jüngst Baubeginn. Wenn er planmäßig im August eröffnet wird, soll er Modellcharakter haben im Landkreis Erding mit seinen zwei Ebenen, die Bürgern leichter die Abgabe ihrer Wertstoffe ermöglichen sollen. Das Prinzip der Trennung von Besucher- und Logistikebene soll auf Wunsch von Landrat Martin Bayerstorfer auch bei weiteren Neuplanungen von Recyclinghöfen verfolgt werden, soweit das vor Ort möglich sei.

Der neue Standort war in Wartenberg lange Zeit allerdings umstritten. Zwischen Rewe und Bauhof war der alte für viele Bürger schnell zu erreichen und eine Fahrt dorthin wurde oft mit Einkaufen verbunden. Umziehen musste er, weil an seinem bisherigen Standort eine Filiale des Drogeriemarkts Rossmann entsteht. 330 000 Euro hat die Drogeriekette der Gemeinde für das Grundstück bezahlt. Die Ortsnähe von Recyclinghöfen ist zwar nach Ansicht des Landkreises, der als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger für die Recyclinghöfe zuständig ist, grundsätzlich wünschenswert, um auch Bürgern ohne eigenem Auto die Entsorgung zu ermöglichen. Da die Mehrzahl der Besucher aber mit dem Auto anliefere, seien aber auch gute Anfahrbarkeit und Wartebereiche für Fahrzeuge entsprechend einzuplanen. Der neue Standort sei zwar etwas außerhalb, liege aber auf das gesamte Marktgemeindegebiet betrachtet etwa mittig und sei über einen Geh- und Radweg auch gut zu Fuß beziehungsweis per Fahrrad zu erreichen, teilt Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer mit.

Der Landkreis hatte den Neubau der Recyclinghöfe in Wartenberg im Gegensatz zum Gemeinderat Wartenberg einstimmig bewilligt und auch gleich den Anteil der Kostenübernahme festgelegt: 51,83 Prozent der Baukosten sowie der Ingenieurleistungen werden übernommen. Diese betragen nach einer vorläufigen Kostenschätzung 866 284 Euro für die Errichtung und 135 000 Euro für die Ingenieure - keine kleine Summe. Für den Markt bleiben nach Abzug des Zuschusses des Landkreises 459 284 Euro übrig. Dazu kommen aber Kosten, an denen sich der Landkreis nicht beteiligt und die vorab vom Markt nicht einkalkuliert werden konnten, wie die Verlegung des Kanals auf dem verkauften Grundstück, was mit 37 000 Euro zu Buche schlug. Weitere 46 000 Euro mussten für den Bodenaustausch und 25 000 Euro für den provisorisch auf dem Volksfestplatz verlegten Recyclinghof aufgebracht werden. Die Verlegung des Recyclinghof von der Strogen- an die Thenner Straße wird die Marktgemeinde am Schluss nach der vorläufigen Kostenschätzung 237 284 Euro kosten.

Beim neuen Recyclinghof war vieles auch eine Sache des Planungstempos. Ursprünglich sollte die Fertigstellung zum Mai 2020 sein - rechtzeitig vor dem Volksfest. Doch jetzt ist erst Baubeginn und als neuer Fertigstellungstermin wird Mitte August genannt. Aber das stört heute niemand mehr, da wegen des Covid-19-Virus das Volksfest abgesagt ist.

Das Neue am Wartenberger Recyclinghof ist sein Zwei-Ebenen-Konzept. Vorbei sein sollen dann die Zeiten, in denen man eine Metalltreppe erklimmen muss, um seine Sachen in einen Container werfen zu können. Es wird eine Anlieferungsebene für die Bürger und eine Logistikebene für die Anlieferung und Abholung der Container geben. Die Container sollen zwar noch über die Anlieferungsebene heraus ragen, aber nur so weit, dass sie als Absturzsicherung dienen. Dadurch können schwere Abfälle wie Grüngut, Sperrmüll und so weiter leichter eingeworfen werden. Die Containereben ist rund 1,60 Meter tiefer. Aufgrund der Untergrundbeschaffenheit war die Tieferlegung am neuen Standort nicht möglich, daher muss die Besucherebene angehoben werden. Zudem sollen die Container künftig von zwei Seiten befüllt werden können. Aufgrund der räumlichen Trennung kann ein Austausch der Container während der Öffnungszeiten erfolgen. Batterien, Altkleider, Weißblech und mehr aufgestellt. Hier werden während den Öffnungszeiten keine Container abgeholt, gebracht oder geleert. Für das Personal soll es ein kleines Büro mit Toiletten und Waschgelegenheit geben.

© SZ vom 11.05.2020

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