Süddeutsche Zeitung

Anne-Frank-Gymnasium Erding:Vorfreude macht sich breit

Der Entwurf für die neue Dreifachhalle samt Mensa stößt auf Begeisterung. Nach Pfingsten beginnen die Abbrucharbeiten.

Von Antonia Steiger, Erding

Wer Jahre oder Jahrzehnte lang in den Turnhallen des Anne-Frank-Gymnasiums Erding trainiert oder Sportunterricht genossen hat, der kann Regina Hofmann verstehen. Die Direktorin des Gymnasiums sagte am Montag im Bauausschuss des Landkreises auf Nachfrage von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), sie sei "begeistert" und könne es kaum erwarten, bis die neue Halle steht. Mit einem kleinen Filmchen hat der Planer Wendelin Burkhardt allen Anwesenden den Mund wässrig gemacht, obwohl die Dreifachhalle mitsamt angeschlossenem Trakt für Mensa und Ganztagsbetreuung nur von außen zu sehen war. Der Trakt bekommt eine Fassade mit senkrechten Holzverstrebungen, die nach oben über das Dach hinauswachsen. Diese Holzverstrebungen sind mit Glas hinterlegt, die Konstruktion dient dem Sonnenschutz, der Sicherheit und als Ballfangzaun. Denn oben auf dem Dach wird es einen Hartplatz geben.

Lange werden die drei unterschiedlich alten Einfach-Hallen auf dem Gelände des ältesten Gymnasiums im Landkreis nicht mehr stehen. Der Abbruch und Rückbau ist bereits in Planung, bald soll es losgehen. Weil ein Abbruch unter anderem aufgrund der Auflagen zur richtigen Entsorgung der Baumaterialien eine aufwendige Sache ist, erscheint es manchem nicht ganz sicher, ob der Abbruch mit Beginn des kommenden Schuljahres fertig sein wird. Das ist auch eine Sorge der Schulleiterin Hofmann, die den Lärm beim Abbruch fürchtet, ansonsten aber bereit ist, sich gemeinsam mit der gesamten Schulfamilie in die kommenden Unannehmlichkeiten zu fügen. Der straffe Zeitplan sieht vor, dass ein Jahr später, zu Beginn des Schuljahres 2023/2024, die Halle fertig sein wird. Eingeschränkt werde der Sportbereich aber auch während des Umbaus nutzbar sein. Das Ziel sei erkennbar, da könne man ein paar Jahre Unannehmlichkeiten schon aushalten, sagte Hofmann. Schon nach den Pfingstferien sollen nun die Rückbauarbeiten beginnen, und zwar am Hartplatz.

Ein längeres Palaver löste die Frage aus, welche Sorte Holz für die Verstrebungen genommen werden soll. Burkhardt hatte mit Fichte geplant, er würde sich aber auch nicht gegen Lärchenholz wehren, für das sich mehrere Kreisrätinnen und Kreisräte aussprachen, die zum Teil auch auf eigene Erfahrungen als Häuslebauer zurückgreifen konnten. Am Ende schlug Bayerstorfer vor, den Planern ein Expertengremium zur Seite zu stellen, das sich unter anderem mit dieser Frage auseinandersetzen soll. Burkhardt stellte klar, dass Lärche selbstverständlich eine längere Haltbarkeit habe, aber dass auch dessen Lebensdauer nicht ewig währe.

Wie der Architekt Burkhardt weiter ausführte, wird das neue Gebäude trotz seiner Größe für mehr Transparenz sorgen. Derzeit wirke der Sporthallentrakt als Barriere zwischen Pausenhof und Sportplatz. Durch das künftige Gebäude werde man aber hindurchblicken können: Wo jetzt Umkleidekabinen sind, wird die Mensa liegen, die zu beiden Seiten hin verglast wird. Darüber werden die Musikräume und die offene Ganztagsschule situiert sein. Er führte weiter aus, dass der relativ große Baukörper möglichst einheitlich nach außen wirken soll, weil alle anderen Bauteile der Schule, die mehrfach erweitert worden ist, eine je eigene Formensprache hätten. Im Pausenhof des Gymnasiums wird der große alte Baum stehen bleiben, dazu soll die Anne-Frank-Kastanie dort wachsen und gedeihen. Der Hof soll weitere Grünflächen bekommen, die allerdings dem Ansturm der Schüler während der Pausen standhalten müssen.

Besser hergerichtet wird auch die Feuerwehrzufahrt über eine Grünfläche östlich der Schule und entlang der Münchner Straße, die laut Planer in ihrem jetzigen Zustand nicht den Anforderungen entspricht. Sie wird ausgebaut, das Gebüsch zur Straße werde bereits gelichtet. Später soll dort aber auch wieder Grün gepflanzt werden.

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Quelle:
SZ vom 05.05.2021
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