An der Spitze im Großraum München Bauen in Erding wird immer teurer

Laut einer Studie steigen nur in Heilbronn die Preise bis 2030 mehr

Nach einer Analyse der Baulandpreise aus den Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sind fehlende Grundstücke und Spekulation mit Bauland zum größten Hindernis für bezahlbaren Mietwohnungsbau geworden. Demnach ist der durchschnittliche Preis für ein Baugrundstück zwischen 2011 und 2016 in den teuren Großstädten um 76 000 auf 259 000 Euro gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um rund 40 Prozent. "Hohe Baulandpreise treiben auf angespannten Märkten auch die Mieten im Neubau auf 14 bis 16 Euro pro Quadratmeter. Das lässt frei finanzierten Wohnungsbau zu bezahlbaren Mieten nicht mehr zu", sagt BBSR-Experte Matthias Waltersbacher. Auch "aufgelockerte Einzelhausbebauung" würde deshalb oft nicht mehr möglich sein, so Waltersbacher.

Nach einer aktuellen Studie der Postbank befinden sich von den zehn Regionen mit den stärksten Preissteigerung bis 2030 gleich sieben bayerische Landkreise. An der Spitze im Großraum München: der Landkreis Erding. Das reales Preiswachstum pro Jahr für einen Quadratmeter Wohnraum soll dort bei 2,1 Prozent liegen - ausgehend von einem Quadratmeterpreis von 3260 Euro 2016. Deutschlandweit soll laut der Studie der Preis nur in der kreisfreie Stadt Heilbronn mit vier Prozent mehr steigen. Auf Platz 5 liegt der Landkreis München (plus 1,8 bei derzeit 4690 Euro Quadratmeterpreis), auf 7 der Landkreis Landshut (1,7 Prozent und 2993 Euro) und auf 9 der Landkreis Ebersberg (1,6 Prozent und 4203 Euro). Nach Einschätzung der Experten spielen Spekulanten bei der Preisentwicklung eine große Rolle. Sie empfehlen eine höhere Grundsteuer für unbebaute Grundstücke. Grundstückskäufer, die Bauland horten, um es mit Gewinn weiter zu verkaufen, würden damit höher belastet als sofort Bauwillige.