bedeckt München

Amazon nach Erding?:Planungen laufen weiter

Bauamt prüft Antrag für Sortierzentrum

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Die Ansiedlung von Amazon am Gewerbegebiet Kletthamer Feld in Erding ist einen Schritt weiter. In der Stadtverwaltung ist vor wenigen Wochen ein Bauantrag des Projektentwicklerfirma von Amazon, Garbe Industrial Real Estate GmbH, eingegangen. Aktuell wird geprüft, ob der Bauantrag den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht, wie Christian Wanninger, Pressesprecher der Stadt Erding, mitteilt. Laut Amazon soll es sich in Erding im Gegensatz zum Standort Moosburg, wo ein Verteilzentrum steht, nur um ein Sortierzentrum handeln. In ihm sollen Pakete aus den europäischen Logistikzentren ankommen und für den weiteren Versand nach Regionen sortiert und zu den Verteilzentren der Lieferpartner gebracht werden. Am Standort Erding plane man mit 150 Mitarbeitern, teilt ein Amazon-Sprecher mit. Etwa 95 Lastkraftwagen sollen dann täglich unterwegs sein.

Kurzzeitig waren Gerüchte aufgekommen, dass Erding nicht mehr bei Amazon als Standort vorgesehen ist, da die Stadt aus der Liste der "Aktuellen Projektentwicklungen" auf der Internetseite von Garbe verschwunden ist. Stephan Eichenseher, Pressesprecher bei Amazon und zuständig für die Logistikzentren, bestätigt aber, dass man "weiter in Kontakt mit der Stadtverwaltung" stehe.

"Der geltende Bebauungsplan gibt alle Baurechte vor. Wenn Amazon alle Auflagen erfüllt, dann gibt es auch einen Anspruch auf Bebauung. Auch wenn die Ansiedelung mit dem übereinstimmt, was der Plan an Nutzungsrechten vorsieht", sagt Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) zu den Plänen von Amazon. Seine Meinung nach spreche nichts gegen ein Sortierzentrum, denn man habe dort auch den Paket- und Expressdienstleister GLS ansiedeln lassen oder die Firma Alpha, die dort ähnliches betreiben. "Ich glaube nicht, dass sie eine Firma ansiedeln würden, wenn sie die Auflagen nicht erfüllt", sagt OB Gotz. Und wenn alle Auflagen erfüllt seien und es keine Änderungswünsche bezüglich der Bebauungsplanauflagen gebe, werde der Stadtrat damit auch nicht mehr befasst werden. Was man bei allem bedenken müsse, sei, dass es bei der Erfüllung aller Auflagen auch einen Rechtsanspruch, einen Genehmigungsanspruch gebe. "Die Stadtverwaltung prüft zudem unabhängig vom Namen des Antragstellers. Der interessiert auch nicht, das darf nicht sein. Man darf nicht unterschiedliche Maßstäbe an Firma X oder Y anlegen", sagt Gotz.

Amazon betont, dass es sich beim geplanten Sortierzentrum nicht um ein Verteilzentrum wie in Moosburg handle. Dort liefern mehr als 350 Transporter täglich bis zu 60 000 Pakete an die Kunden mittels kleiner Transporter. In Erding sollen etwa 95 Lastkraftwagen täglich unterwegs sein, die dort vor allem in den Abendstunden an- und abfahren würden.

© SZ vom 27.02.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema