Süddeutsche Zeitung

Erding:Beim Umbau des Alten Landratsamtes wird abgespeckt

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Der Landkreis verhandelt weiter mit der Baubehörde der Stadt Erding wegen Fragen des Denkmalschutzes. Das Glasdach am Widnmann-Palais ist bereits gestrichen, die Fraktionszimmer könnten folgen.

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Die Baumaßnahmen beim Anne-Frank-Gymnasium kommen gut voran, auch für die Erweiterung und Modernisierung Müllumladestation Isen haben Mitte Oktober die Arbeiten für den Bauabschnitt I begonnen und für den neuen Erdinger Recyclinghof im Bereich des neuen Gewerbegebietes Erding-Südwest fand Ende Juli der Spatenstich statt. Soweit hatte Matthias Huber, Fachbereichsleiter Liegenschaftsverwalter am Landratsamt, gute Nachrichten jüngst im Kreistag zu vermelden.

Beim Umbau und der Erweiterung des Alten Landratsamtes, dem ehemaligen Widnmann-Palais, indes ist man laut Huber immer noch in Verhandlungen mit der Baubehörde, der Großen Kreisstadt Erding, wegen einiger Fragen zum Denkmalschutz.

Der Bauantrag befinde sich laut Huber derzeit in der Genehmigungsphase und das Gebäude sei mittlerweile auch schon gänzlich geräumt, die Mitarbeiter ausgezogen, sodass die Bauarbeiten mit der Vorbereitung des Abbruchs begonnen haben und beispielsweise der Durchgang bereits gesperrt wurde. Huber: "Wir gehen immer noch davon aus, dass wir Dezember 2025 fertig sind."

"Wir müssen uns fragen, was wir uns leisten können in der jetzigen Situation."

Fraunbergs Bürgermeister Johann Wiesmaier hat dazu jedoch noch ein paar Fragen und Anregungen: Welche Entscheidungen zum Um- und Ausbau noch offen seien, wollte er wissen. Man habe viele Wünsche, aber "die Wünsche werden immer teurer" und angesichts der Finanzen "müssen wir uns fragen, was wir uns leisten können in der jetzigen Situation". Das habe man im Blick, sobald die Kostenrechnung vorliege, sagte Huber. "Wir sind uns klar darüber, dass vielleicht auf das eine oder andere verzichtet werde oder zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet wird." Die derzeitigen Baumaßnahmen seien genehmigungsfrei.

Bereits gestrichen sei das Glasdach am Widnmann-Palais über dem freien Raum, dem Innenhof, wie Landrat Martin Bayerstorfer im Kreistag sagte. Das Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Erding hatten die Idee bereits bei der Vorstellung der Umbaupläne im Juli 2022 sehr kritisch gesehen. Dies wäre eine "technoide Lösung", die dem frühklassizistischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert schade, hieß es. Die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags hatten später ebenfalls gegen das rund 700 000 Euro teure Glasdach ausgesprochen.

Worüber man aber reden könnte, so Bayerstorfer, sei, ob man im Dachgeschoss auf die Fraktionszimmer verzichtet. Derzeit sechs, orientiert am aktuellen Status. Das sei nämlich finanziell "nicht ganz unerheblich". Man sollte in der jetzigen Situation schon die Überlegung anstellen, "ob sie uns das wert sind oder ob wir darauf verzichten." Die Punkte einzeln preislich einzuordnen, werde eine der wichtigsten Aufgaben des Bauausschusses werden. Auch wenn alles genehmigt sei, müsse man nicht alles machen, man könne auch Einsparungen vornehmen.

Das Projekt soll voraussichtlich 20,7 Millionen Euro kosten

Im Ausschuss für Bauen und Energie des Kreistags hatte es bei der Vorstellung der Planung sowie der Kostenschätzung keine Gegenstimme im Juli 2022 gegeben. Das Projekt soll voraussichtlich 20,7 Millionen Euro kosten. Im Erdgeschoss soll der Durchgang von der Langen Zeile zur Roßmayrgasse verändert werden. Es soll gerader "und zielgerichteter" über den Innenhof gehen. Dort und im ersten Obergeschoss sollen Teile der Verwaltung untergebracht werden, die weniger Publikumsverkehr haben, also zum Beispiel die Kämmerei, die Kreisentwicklung, die Personalstelle, die Abfallwirtschaft und auch die Liegenschaften und der Landrat. Im zweiten Obergeschoss sollen dann die in Frage gestellten Fraktionszimmer entstehen. Der Plan, den Innenhof mit einer Konstruktion mit Luftkissenfolien zu überdachen, war schon recht schnell gestorben.

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