Süddeutsche Zeitung

Allershausen:Grüne Au an der Autobahn

Gemeinderat billigt Retensionsflächen-Planung für Ortsmitte

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die neue Ortsmitte in Allershausen ist im Sommer 2017 eingeweiht worden - die als Ausgleich erforderlichen Retensionsflächen aber sind noch in Planung. Doch die Gemeinde ist nun einen entscheidenden Schritt weiter. Für das überarbeitete Konzept von Landschaftsarchitektin Angelika Ruhland mit dem Titel "Grüne Au Allershausen" gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einhellige Zustimmung und viel Lob. Auf einer bisher als Acker genutzten Flächen entstehen 1400 Kubikmeter Retensionsraum zwischen Mühlbach und Glonn.

Der schöne Name "Grüne Au" täuscht ein wenig darüber hinweg, dass das 1,13 Hektar große Grundstück neben der Autobahn liegt. Dennoch entsteht dort ein kleines Naherholungsgebiet. "Man muss was fürs Auge tun, wenn es fürs Ohr schon nicht geht", meinte Ruhland dazu. Das Areal ist etwa 230 Meter lang und 50 Meter breit. Dort geht ein Fuß- und Radweg vorbei, an dem Sitzbänke aufgestellt werden sollen. Auch Obstbäume sollen gepflanzt werden, außerdem ein Band mit heimischen Frühlingspflanzen. Zudem wird es einige große Bäume geben. Ruhland schlug vor, Infotafeln für kleine Wechselausstellungen zu errichten, gezeigt werden könnten dort beispielsweise von Kindern gemalte Bilder.

Neben der Flutmulde am Mühlbach sind Kopfweiden vorgesehen, daneben wird in dem überarbeiteten Plan ein weiterer Bereich als Stauraum ein wenig abgegraben. See werde keiner entstehen, erklärte Ruhland, das wäre kontraproduktiv, da die Vertiefungen bei Bedarf ja Wasser aufnehmen sollen. "Das wird leider nichts zum Eisstockschießen." In dem Feuchtbereich werde es eine ganz andere Artenzusammensetzung geben.

An der Umsetzung der Retensionsfläche hängt auch das Bauvorhaben eines jungen Paares. 200 Kubikmeter müssen als Ausgleich nachgewiesen werden. Da die beiden laut Bürgermeister Rupert Popp (PFW) schon seit über einem Jahr auf die Baugenehmigung warten, hofft er, bald mit ersten Grabungsarbeiten beginnen zu können.

Eigentlich war man in der Gemeinde davon ausgegangen, dass für die Ortsmitte keine Retensionsflächen erforderlich sein werden, denn das Bett der Glonn ist dort deutlich breiter geworden. Dies erwies sich als Trugschluss. Die Gemeinde ging bis vor den Petitionsausschuss. Eingetauschte Grundstücke wiederum konnten für den Ausgleich nicht verwendet werden, weil auf ihnen laut Grundbuch nicht gegraben werden darf. Mit dem nun präsentierten Konzept aber ist offenkundig eine Lösung gefunden. Vermutlich im Herbst kann mit den Arbeiten begonnen werden. Mit der Wiese sammelt Allershausen viele Punkte für sein Ökokonto.

Anton Schrödl (CSU) lobte die "attraktive Planung". Er schlug vor, in der Verlängerung weitere Flächen zwischen Autobahn und Senioren-Service-Zentrum zu erwerben, um weiteren Retensionsraum schaffen zu können. Wenn die Gemeinde den dritten Bauabschnitt der neuen Ortsmitte umsetzen will, benötigt sie weitere Ausgleichsflächen. Was Popp nicht nachvollziehen kann: Obwohl das Areal seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt werde, müsse der Ackerboden nach dem Aushub zwischengelagert und auf Belastungen hin untersucht werden.

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Quelle:
SZ vom 16.03.2020
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