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Abschiebehäftlinge:Notarzteinsatz im Amtsgericht

20-Jähriger verletzt sich selbst, 63-jährige Frau bricht zusammen

Zwei Abschiebehäftlinge, ein 20-jähriger Mann und eine 63 Jahre alte Frau, sind am Donnerstag im Amtsgericht Erding während ihrer Haftbefehlseröffnungen so ausgerastet beziehungsweise zusammengebrochen, dass ein Notarzt gerufen werden musste.

Laut einer Presseerklärung des Amtsgerichts sollte der 20-jährige Nigerianer wegen Widerstands gegen Polizeibeamte in Untersuchungshaft genommen werde. Der Mann hatte sich am Mittwoch, als man ihn vom Flughafen München aus auf dem Luftweg nach Italien abschieben wollte, so sehr dagegen gewehrt, dass die Abschiebung abgebrochen worden war. Während der Eröffnung des Haftbefehls im Amtsgericht Erding versuchte der Mann sich dann mit seinen Handfesseln selbst die Luft abzudrücken. Außerdem schlug er seinen Kopf heftig gegen eine Wand und trat mit den Füßen um sich. Drei Polizeibeamte und zwei Justizwachtmeister fixierten den Mann und verhinderten so eine weitere Selbstverletzung. Ein hinzugerufener Notarzt hielt eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus für erforderlich, wohin der 20-Jährige in einem Krankenwagen in Polizeibegleitung gebracht wurde. Außer dem jungen Mann, der äußerlich nur leichte Verletzungen davon trug, wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.

Zur selben Zeit brach im Nebenzimmer eine 63-jährige Armenierin zusammen, als dort ein anderer Richter ihr den Haftbefehl für ihre Abschiebehaft vorlas. Die Frau wurde von demselben Notarzt, der wegen des anderen Vorfalls bereits im Amtsgericht war, umgehend ambulant versorgt.