bedeckt München 14°

Abfallwirtschaft:Neues Konzept für Müllumladestation

2019 wurden in Sollach 16 800 Tonnen Hausmüll sowie 6200 Tonnen sonstiger Siedlungsabfall aus Privathaushalten und Gewerbe angeliefert.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Landkreis investiert rund 7,23 Millionen Euro für das Projekt, das im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein soll. Die bestehende Infrastruktur kommt an ihre Grenzen. Finanziert wird das Bauvorhaben über die Abfallgebühren

Von Thomas Daller, Erding/Isen

Der Landkreis will die zentrale Müllumladestation und den Recyclinghof in Sollach bei Isen neu bauen. Die Kosten werden auf 7,23 Millionen Euro veranschlagt, finanziert wird das Projekt über die Abfallgebühren. Die erforderlichen Genehmigungen sollen 2021 eingeholt werden, die Bauphase ist für die Jahre 2022 und 2023 geplant, so dass im Frühjahr 2024 das Projekt abgeschlossen sein soll.

Durchschnittlich kommen rund 250 Besucher an jedem Öffnungstag

Da viele Abfallarten nur in Isen abgegeben werden können, fällt dem Standort die zentrale Entsorgungsanlage des Landkreises zu. Die bestehende Infrastruktur kommt nach Jahrzehnten des Betriebs und stetigem Wachstum des Landkreises an seine Kapazitätsgrenzen und gilt als nicht mehr zeitgemäß. 2019 wurden in Sollach 16 800 Tonnen Hausmüll sowie 6200 Tonnen sonstiger Siedlungsabfall aus Privathaushalten und Gewerbe angeliefert. Durchschnittlich werden rund 250 Besucher pro Öffnungstag erfasst.

Der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt hatte im Dezember vergangenen Jahres die bh Architektengesellschaft aus München beauftragt, die Neukonzeption der Müllumladestation und des Recyclinghofs in Isen zu übernehmen. In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bauen und Energie erläuterte Andreas Neumaier vom Architektenbüro die Konzeption. Aufgrund der hohen Zahl von privaten Anlieferern soll die Verkehrsführung weiter entzerrt werden. Die Hauptzufahrt soll in den Norden des Betriebsgeländes verlegt werden, um eine längere Aufstellspur zu ermöglichen. Es soll eine eigene Logistikspur für Gewerbe und Hausmüllfahrzeuge gebaut werden. Geplant ist auch eine bessere Trennung der gewerblichen und privaten Anlieferungen im Bereich der Müllumladestation. Erforderlich ist auch ein umfassendes Entwässerungskonzept des gesamten Standorts, der eine Fläche von 1,5 Hektar umfasst. Aufgrund der anstehenden Untergrundverhältnisse werden Bodenverbesserungen für alle Bauwerke und Verkehrsflächen notwendig. Zudem soll es mehr Lagerflächen für die Massenfraktionen und für gefährliche Abfälle wie Asbest oder künstliche Mineralfasern geben. Eine komplett neue Lösung gibt es auch für die Container, die kostenfrei genutzt werden können: Wer dort Wertstoffe anliefert, fährt auf eine Rampe kann sie dann von oben einwerfen. Diese Container sind komplett überdacht, damit sie bei Regen nicht voll Wasser laufen. Von den Kosten entfallen 3,4 Millionen auf den Bereich der Müllumladestation und 3,8 Millionen auf den Bereich des Recyclinghofs.

Dominik Rutz (Grüne) monierte, die Kosten seien sehr hoch. Er erkundigte sich, ob es erforderlich sei, die Container zu überdachen. Denn das sei bei anderen Recyclinghöfen auch nicht der Fall. Andreas Neumaier entgegnete, bei der Größe und der zentralen Bedeutung dieser Anlage könne man nicht mehr von "geringen Mengen" sprechen, die einen Betrieb ohne Überdachung ermöglichen würden. Es handele sich vielmehr um eine Größenordnung, bei der das Wasserwirtschaftsamt zwingend eine Überdachung verlange. Das sei Vorschrift. Und Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wies darauf hin, dass die Entsorgung des Containerinhalts nach Gewicht bezahlt werde. Wasser im Container müsse teuer bezahlt werden.

Bayerstorfer betonte, dass die Abfallwirtschaft im Landkreis Erding ein Erfolg sei, weil sich auch die Bürger sehr daran beteiligen würden. Seitdem das Abfallkreislaufgesetz vor 28 Jahren in Kraft getreten sei, habe man die Gebühren drei mal gesenkt. Man habe seither im Landkreis die eineinhalbfache Zahl an Bürgern, aber nur noch ein Drittel des Mülls, der in der Restmülltonne lande. "Wir müssen weniger für die Verbrennung zahlen und bekommen mehr für die Wertstoffe", sagte Bayerstorfer. Daher erachte er es für sinnvoll und für "höchste Zeit", die zentrale Anlage in Sollach zu "entzerren".

Bei der Überdachung gehe es auch um den Umweltschutz

Rudolf Waxenberger (CSU) pflichtete ihm bei: Die Planung der Anlage sei sehr gelungen, die Kosten lägen in einem vertretbaren Ausmaß, immerhin handele es sich um ein beträchtliches Bauvolumen. Auch die Überdachung sei zweckmäßig, denn dabei gehe es nicht allein um den Komfort für Bürger, sondern auch um den Umweltschutz: Manche Stoffe, die in den Containern landeten, seien wasserlöslich. Willi Vogl ergänzte, die Überdachung sollte mit Sprinkler ausgestattet werden, falls ein Container mal brenne. Daraufhin wurde die Umsetzung des Konzepts einstimmig beschlossen.

© SZ vom 16.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema