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Abfallwirtschaft:In Sollach wird es für den Müll zu eng

Deponie sollach

Kritisch betrachteten Claudia Alzner (links) und Landrat Martin Bayerstorfer (rechts) die Situation auf dem Betriebsgelände in Sollach.

(Foto: Daller/oh)

Hauptentsorgungszentrum des Landkreises soll für knapp fünf Millionen Euro umgebaut werden

Von Thomas Daller, Isen

Die Müllumladestation und der Recyclinghof im Sollacher Forst bei Isen sollen abgerissen und neu gebaut werden. Die Platzproblematik nimmt zu: Der Waagebereich ist zu eng, Teile des Recyclinghofs sind ausgelagert, die angenommenen Mengen und die Zahl der Anlieferer steigt. Bei einem Ortstermin des Strukturausschusses wies Claudia Alzner, Leiterin der Abfallwirtschaft im Landratsamt, auf die Probleme auf dem Betriebsgelände hin. Eine Machbarkeitsstudie und eine Vorentwurfsplanung hatte sie bereits in Auftrag gegeben, die Claudia Peschel von der Architektengesellschaft mbH im Anschluss daran vorstellte. Die erste Kostenschätzung beläuft sich auf etwa fünf Millionen Euro. Der Strukturausschuss hat die Machbarkeitsstudie zustimmend zur Kenntnis genommen und die Verwaltung mit der weiteren Detailplanung beauftragt.

Die Müllumladestation und der Recyclinghof befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Isen, die 1988 in Betrieb genommen und nach ihrer vollständigen Verfüllung im Dezember 2004 geschlossen und aufwendig rekultiviert wurde. Gleichzeitig diente sie in einem Teilbereich bis Anfang 2006 als provisorische Umlade, bis die jetzige Müllumladestation in Betrieb gehen konnte. In dieser Müllumlagestation wird der gesamte Hausmüll des Landkreises angeliefert. Das sind acht Müllfahrzeuge pro Tag. Dieser Müll wird täglich abgeholt und dann nach Ingolstadt weitertransportiert, wo er in einer Müllverbrennungsanlage "thermisch verwertet wird".

Seit diese Müllumladestation 2006 in Betrieb genommen wurde, hat sich einiges geändert, sagte Alzner: Die Mengen an angenommenen Abfälle ist von 19 410 Tonnen auf 22 316 Tonnen gestiegen. Das ist eine Zunahme um knapp 15 Prozent. Die Zahl der Anlieferer ist sogar um knapp 40 Prozent gestiegen; von 13 278 im Jahr 2006 auf 18 441 im Jahr 2017. Sowohl das Eingangsgebäude mit der angeschlossenen Waage als auch das gesamte Betriebsgelände sind zu klein geworden und sollen daher umgeplant und umgestaltet werden. "Wir sind oft an der Grenze", sagte Alzner. "Gerade an den Samstagen, wenn viel Betrieb ist."

Eine Kernproblematik ist, dass es keine klare Trennung zwischen der Müllumladestation und dem Recyclinghof gibt. Das Hauptentsorgungszentrum des Landkreises soll künftig einen besseren Service für Bürger bieten, die Sicherheit der Mitarbeiter erhöhen, die Verladevorgänge optimieren und werthaltige Gegenstände gegen Diebstahl sichern.

In der Praxis ist beispielsweise daran gedacht, dass die Bürger ihre Wertstoffe nicht mehr über Metalltreppen nach oben tragen und dann in den Container werfen. Die Planung sieht vor, dass die Container entlang einer kleinen Rampe stehen, die befahrbar ist. Man fährt hinauf und trennt dort seinen Müll. Das soll zügiger laufen als das bisherige Verfahren, was bei weiter steigender Anlieferzahl erforderlich ist. Hinzu kommt, dass sowohl dieser Bereich als auch die Müllumladestation überdacht werden soll. Das soll bei den Containern die Wertstoffe schützen und beim Müll verhindern, dass der Landkreis beim Wiegen für die Entsorgung des Regenwassers mitbezahlen muss.

Ganz billig wird der Abriss und der Umbau jedoch nicht. In der Machbarkeitsstudie sind für den Bereich Recyclinghof 2,26 Millionen Euro veranschlagt und für die neue Umladestation 2,56 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 150 000 Euro für die Entsorgung der Abbruchmaterialien. Im Züge der Gebührenkalkulation wurden bereits 4,5 Millionen Euro in der Finanzplanung dafür berücksichtigt. Logistisch wird das Projekt eine Herausforderung, weil der Betrieb während des Umbaus weiterlaufen muss. Es kann jedoch noch eine Weile dauern, bis die Bagger anrücken: Der Strukturausschuss hat sich mit der Machbarkeitsstudie beschäftigt, bis zur Detailplanung werden noch viele Tonnen in Sollach angeliefert.

© SZ vom 11.05.2018
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