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16 Geschäftsstellen bleiben:Fusion im Spätsommer

Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt übernimmt VR-Bank Erding

Von Philipp Schmitt, Isen

Die Fusion der VR-Bank Erding mit der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt (RVB) ist beschlossene Sache. Nachdem bereits am Mittwoch in der Erdinger Stadthalle die VR-Vertreter dem Entwurf des Verschmelzungsvertrags zugestimmt hatten, votierten am Donnerstag im Isener Gasthaus Klement auch eine große Mehrheit der anwesenden 81 Vertreter der RVB für die Fusion. "Ich freue mich über das klare Ergebnis, nun geht es an die Umsetzung", sagte der RVB-Vorstandsvorsitzende Friedrich Reiser. Eine Realisierung der Fusion der beiden Banken sei bereits bis Anfang September möglich.

Weil die RVB ein wenig größer ist als die VR-Bank, wird sie die Erdinger Bank übernehmen. Auftreten wird die neue Bank zukünftig aber unter dem gewohnten Namen "VR-Bank Erding" mit Sitz in der Großen Kreisstadt. Sie wird eine Bilanzsumme von mehr als einer Milliarde Euro besitzen, 210 Mitarbeiter werden für sie in dann 16 Geschäftsstellen arbeiten. Die nördlichste Filiale wird sich in Wartenberg befinden, die östlichsten in Lengdorf und Isen, die südlichsten bereits im Landkreis Ebersberg - in Hohenlinden, Forstinning und Anzing betreibt die RVB heute schon Filialen. Der RVB-Vorstandsvorsitzende Reiser sagte, derzeit stehe seine Bank noch "ganz gut da", aber in den nächsten Jahren werde ein "Tal der Tränen" zu durchqueren sein. Durch die Fusion erwartet Reiser bis 2021 Kosteneinsparungen von mehr als einer Million Euro - aufgrund geringerer Personalkosten. Aus dem Unternehmen solle aber trotzdem kein Mitarbeiter gedrängt werden, fusions- und betriebsbedingte Kündigungen werde es Reiser zufolge zumindest in den nächsten zweieinhalb Jahren nicht geben. Auf Veränderungen werden sich die Mitarbeiter aber jetzt schon einstellen müssen: Durch den Zusammenschluss sollen Synergieeffekte durch die Zusammenlegung von doppelten Abteilungen in Erding, Isen, Lengdorf erzielt werden, auf einige Mitarbeiter kommen so Versetzungen an andere Orte zu.

Allerdings gibt es auch offene Fragen nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Bürgermeister, etwa zur Verteilung der Gewerbesteuer. Der Isener Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) hofft jedenfalls, dass neben guten Lösungen für Mitarbeiter der Markt Isen - wenn schon der Sitz der neuen Bank nach Erding verlegt werde - "eine starke Filiale behält".

Wie es im Gasthof Klement am Donnerstag hieß, könnte die anstehende Fusion nicht die letzte gewesen sein. "In Zukunft sind weitere Fusionen nicht auszuschließen", sagte Bankvorstand Reiser. Eine Verschmelzung der neuen VR-Bank Erding mit einer Genossenschaft wohl aus dem östlichen Landkreis sei zwar noch "Zukunftsmusik", aber in den nächsten Jahren "denkbar". Zu Spekulationen gibt auch der Umstand Anlass, dass, so Reiser, der Name "VR-Bank Erding" für die neue Bank auch deshalb gewählt wurde, damit man ihn auch bei weiteren Zusammenschlüssen nicht ändern müsse. Mittelfristig könnte es zu einer im ganzen Landkreis agierenden Genossenschaftsbank kommen - vergleichbar mit der Kreissparkasse Erding-Dorfen. Noch ist es aber nicht soweit: Die nun entstehende Bank sei im Konzert der Genossenschaftsbanken in Bayern, hieß es in Isen, nur eine regionale Bank von durchschnittlicher Größe.

© SZ vom 20.05.2017
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