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1,4 Millionen Euro Investitionskosten:Stabiles Fundament

Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt errichtet auf dem Gelände des Bauspielplatzes in Erding ein festes Gebäude. Dort sollen Kinder und Jugendliche auch bei Schlechtwetter ihre Freizeit verbringen oder Hausaufgaben machen

Auf dem Bauspielplatz der Arbeiterwohlfahrt (AWO), gleich neben der Erdinger Kleingartenanlage, zimmern Jugendliche gern ihre eigenen Holzhütten. Gerade wird auf dem Gelände wieder gebaut, diesmal aber von der AWO selbst. Vor kurzem war Grundsteinlegung für das Kinder- und Jugendhaus. Mittlerweile steht das Fundament für das Gebäude, in dem Erdinger Jugendliche auch bei schlechtem Wetter die Freizeit verbringen können. 1,4 Millionen Euro kostet das Projekt.

Die Bauarbeiten laufen auf dem Gelände des Bauspielplatzes in den Geislinger Ängern in Erding. Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt errichtet ein Kinder- und Jugendhaus. Die Kosten sind mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Die AWO hofft, dass das Gebäude im Herbst eingeweiht wird.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Bauspielplatz ist ein idyllisches Fleckchen, ein riesiges Gartengrundstück mit uralten Apfelbäumen, verwitterten Holzhütten, drei Vogelscheuchen aus Stroh, einem Baumhaus, Schaukeln und bunten Rutschen. Dazwischen staksen Hühner, Enten und ein radschlagender Pfau herum. Am Eingang ist es an diesem Mittwoch eher weniger pittoresk, dort ist fleißig ein Bagger zu Gange. "Hier werden die Wasserleitungen verlegt", sagt AWO-Kreisvorsitzender Fritz Steinberger beim Besuch der Baustelle und deutet auf den Graben und die Erdhügel vor einem hellgrauen Fundament, auf dem ab Juni dann das Haus in Holzständerbauweise errichtet werden soll. Wenn alles gut geht, könnte es schon ab Oktober genutzt werden, hofft Fritz Steinberger.

Fritz Steinberger, Vorsitzender des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt, ist froh über das Grundstück.

(Foto: Renate Schmidt)

Errichtet werden in dem neuen Gebäude eine Toilettenanlage, Waschräume, eine kleine Musikanlage, ein Geräteraum. Eine Küche gibt es nicht, aber einen Bereich zum Warmhalten von Catering-Gerichten. Zudem wird es einen Aufenthaltsraum geben, der laut Steinberger für maximal 199 Personen bestuhlt werden kann. Das neue, barrierefrei zugängliche Kinder- und Jugendhaus wird außerdem zwei Terrassen haben und ein begrüntes Dach, auf dem sogar später einmal Gemüse angepflanzt werden soll. Niederschlagswasser werde einen kleinen Teich entstehen lassen, fügt Steinberger hinzu. Eine Heizung wird jetzt erst mal nicht eingebaut, "das können wir später immer noch nachrüsten", sagt der AWO-Kreisvorsitzende.

Auf dem Grundstück können auch Hühner frei laufen. Aus den Hügeln mit Bauerde könnten später Schlittenbergl werden.

(Foto: Renate Schmidt)

Grundsätzlich soll das Haus den Kindern und Jugendlichen bei schlechtem Wetter ein Dach überm Kopf bieten, unter dem sie spielen und basteln können. Aber auch eine Hausaufgabenbetreuung ist laut Steinberger angedacht. "Unsere Zielgruppe sind vor allem sozialschwächere Familien und Migranten." Der kleine Saal könne auch für private Feiern genutzt werden, von Menschen, die sich ein Wirtshaus nicht leisten könnten.

Künftig soll auf dem Gelände ein zentraler Martinsumzug für alle Erdinger AWO-Kindergärten stattfinden. Die Flohmärkte der AWO-Kindertagesstätten sollen künftig nur noch zweimal im Jahr stattfinden, und zwar zentral für alle beim Jugendhaus. Fritz Steinberger kann sich auch gut vorstellen, dass künftig Wandertage der Schulen zu dem Gelände führen. Hier könnten die Jugendlichen toben und spielen und sogar grillen.

Fürs erste wird das Kinder- und Jugendhaus bis in den Herbst hinein Dienstag bis Samstag geöffnet haben. Pädagogisches Betreuungspersonal für die Besucher werde vor Ort sein. "Unser langfristiges Ziel ist eine ganzjährige Öffnung", fügt Steinberger hinzu.

1,4 Millionen kostet der Bau, der ohne Zuschüsse der Großen Kreisstadt und des Landkreises auskommt, wie Fritz Steinberger betont. Allein 500 000 Euro erbringe der AWO-Kreisverband Erding an Eigenleistung.

In einem weiteren Schritt soll später auch das weitläufige Gelände gestaltet werden. Aus dem Erdaushub zum Beispiel könne ein Schlittenbergl entstehen, so Steinberger. Wichtig sei, dass die Kinder sich einfach draußen bewegen, spielen oder basteln, ohne Handy, sagt Fritz Steinberger. "Hauptsache wir bringen sie eine Zeitlang weg von der Elektronik".