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Sicherheitspanne in München:Passagiere bekommen kein Geld für verpasste Flüge

Münchner Flughafen Sicherheitspanne Chaostag Lufthansa

Am Tag nach der Sperrung des Terminal 2 stehen Reisende bei der Lufthansa Schlange.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Lufthansa will Fluggäste nach dem Chaostag am Münchner Flughafen nicht entschädigen, da ein außergewöhnlicher Umstand vorliege.

Passagiere, die nach dem Flughafenchaos am 28. Juli gar nicht oder erst mit großer Verspätung von München abfliegen konnten, bekommen von der Lufthansa keine Entschädigung. Zwar sind die Airlines nach der europäischen Fluggastrechteverordnung verpflichtet, bei kurzfristigen Annullierungen oder Verspätungen Ausgleichszahlungen zu leisten, die je nach Entfernung des Reiseziels und Dauer der Verspätung zwischen 250 und 600 Euro betragen. Nach Angaben von Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger muss eine Airline aber nichts bezahlen, wenn ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Dies sei hier gegeben.

Die Unterstützungsleistungen, zu denen Hotel-, Bahn- oder Taxikosten gehören, zahle die Lufthansa allerdings schon. Wer sich zum Beispiel auf eigene Faust ein Hotel in München gebucht hat, weil er keinen Flieger mehr bekam, kann die Rechnung bei der Airline einreichen.

Rittberger betont, dass die Lufthansa selbst zu den Geschädigten der Sicherheitspanne am ersten Ferienwochenende gehöre. Zur Höhe des Schadens macht die Fluggesellschaft keine Angaben. Sie prüft nun, ob und gegen wen Haftungsansprüche bestehen - es könnte also zu einer Klage gegen die Regierung von Oberbayern oder die Sicherheitsfirma SGM kommen. Deren Mitarbeiter hatten eine Frau passieren lassen, ohne sie ausreichend zu kontrollieren. Daraufhin stoppte die Bundespolizei die Abfertigung.

© SZ vom 09.08.2018 / schub/smb

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