Der Neuling

Lange steht der Neuling am Ufer und studiert die Welle, als wäre sie ein haushoher Brecher vor der Küste Hawaiis. Dabei ist sie eher vergleichbar mit einer vereisten, auskeilenden Buckelpiste. Surfweltmeister Gabriel Medina brauchte dreißig Minuten, um einigermaßen fahren zu können. Von normalsterblichen Surfern erwartet deshalb niemand, dass es sofort läuft. Wer aber das Brett nicht steuern kann und halsbrecherische Stürze hinlegt, muss sich einstellen auf Vorträge. Über Störsteine, Surfbretter, die zu Geschossen werden, über ausgeschlagene Zähne und Schädelbrüche. Komplette Anfänger werden gleich an die Floßlände geschickt.

Typischer Satz: "Aber am Meer/an der Floßlände/Flughafenwelle kann ich es eigentlich ganz gut."

Das macht er danach: Der eine lässt es für immer bleiben, der andere wählt den steinigen Weg.

Bild: Robert Haas 26. August 2016, 18:362016-08-26 18:36:51 © SZ vom 27.08.16/bhi